Für das häusliche Arbeitszimmer gibt es nur noch ausnahmsweise einen Werbungskostenabzug. Doch wer für seine berufliche Tätigkeit keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung hat, darf bis zu 1 250 Euro Ausgaben im Jahr dafür ansetzen. Wann das zutrifft, hat der Bundesfinanzhof (BFH) konkretisiert. In folgenden Fällen hat der BFH den Abzug bis zu 1 250 Euro befürwortet:

  • Ein Grundschulleiter, der zu 50 Prozent von der Lehrtätigkeit befreit ist, kann das kleine Dienstzimmer (11 Quadratmeter) nur als Schulleiter nutzen. Dinge, die er zur Vorbereitung als Lehrer benötigt, kann er dort nicht unterbringen (Az. VI R 16/01).
  • Eine Schulleiterin kann im Schulsekretariat am Schreibtisch nur die Verwaltungsarbeiten erledigen. Zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts braucht sie das Arbeitszimmer zu Hause (Az. VI R 118/00).
  • Den Arbeitsraum zu Hause benötigt ein Bankmitarbeiter, weil er dort häufig außerhalb der üblichen Bürozeiten (rund 500 Überstunden im Jahr) arbeiten muss (Az. VI R 162/00).
  • Den Arbeitsraum zu Hause kann auch ein EDV-Organisator ansetzen, weil er außerhalb seiner regulären Arbeitszeit Telefon- und Teleservice-Dienst hat und dafür den Arbeitsplatz beim Chef nicht nutzen kann (Az. VI R 41/98).

Tipp: Können Sie für manche Arbeitsaufgaben Ihren Arbeitsplatz beim Arbeitgeber nicht nutzen, sollten Sie Ihren Arbeitsraum geltend machen. Es reicht jedoch nicht, dass Sie nach Feierabend oder am Wochenende zu Hause arbeiten, wenn Sie das grundsätzlich auch in der Firma tun könnten. Unerheblich ist auch, wenn Sie im Großraumbüro arbeiten und sich am Arbeitsplatz gestört fühlen (Az. VI R 17/01).

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