Mit einer über­raschenden Entscheidung im Sommer 2016 hatte der VI. Senat des Bundes­finanzhofs (BFH) ein Lehrer­ehepaar sehr glück­lich gemacht: Sie durften beide für ihr gemein­sames Arbeits­zimmer jeweils 1 250 Euro als Werbungs­kosten angeben (Az. VI R 53/12). Bis dahin galt, dass die Höhe der abzieh­baren Kosten vom genutzten Raum selbst abhängt – und nicht von den Personen, die dort arbeiten. Der BFH-Bescheid wider­spricht der bisherigen Praxis und den Anweisungen der Finanz­verwaltung. Entsprechend aufgeregt beantragte das im Streitfall unterlegene Finanz­amt eine mündliche Verhand­lung, damit sich der BFH umstimmen lässt. Es will erreichen, dass sich das Ehepaar die 1 250 Euro teilen muss. Inzwischen ist auch das Bundes­finanz­ministerium dem Verfahren beigetreten. Die Staats­kasse würde die neue Praxis viel Geld kosten.

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