Wer keinen Arbeitsplatz bei seinem Arbeitgeber hat, sondern als Heimarbeiter zu Hause arbeitet, sollte mit seinem Arbeitgeber einen Mietvertrag für das Außenbüro vereinbaren. Das kann dem Arbeitgeber wie auch dem Mitarbeiter Vorteile bringen.

Der Bundesfinanzhof hat zugunsten einer Steuerberatungsgesellschaft entschieden, die Büros in der Wohnung der Außendienstmitarbeiter angemietet hatte. Das Finanzamt wollte die gezahlte Miete als geldwerten Vorteil für die Außendienstmitarbeiter einstufen und darauf Lohnsteuer kassieren.

Das lehnte der Bundesfinanzhof ab: Weil die Arbeitnehmer ja im Betrieb des Arbeitgebers keinen weiteren Arbeitsplatz haben, muss das Finanzamt die Mietverträge als selbstständige Verträge neben den Arbeitsverträgen akzeptieren (Az. VI R 131/00).

Anders wäre es, wenn der Arbeitgeber nur ein pauschales Aufwandsgeld zahlte und keine Mietverträge geschlossen hätte. Aufgrund der Mietverträge konnte der Arbeitgeber jedoch entscheiden, welchen Raum die Mitarbeiter als Außendienstbüro nutzen. Zudem hatte er die Räume gemietet, damit die Mitarbeiter überhaupt einen Arbeitsplatz haben. Weil das ausschließlich im Interesse des Arbeitgebers ist, kann der Mietvertrag auch kein geldwerter Vorteil für den Außendienstmitarbeiter sein.

Tipp: Die Mieteinnahmen für das Außendienstbüro gehören zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Deshalb kann der Vermieter ­ in dem Fall der Arbeitnehmer ­ zum Beispiel Betriebs- oder Renovierungskosten für das Büro anteilig als Werbungskosten von den Mieteinnahmen in der Steuererklärung abziehen.

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