Unser Rat

Formalien. Prüfen Sie in Ihrem Arbeits­zeugnis, ob Personalien, Daten wie Beschäftigungs­dauer, Ausstellungs­ort und Tätig­keits­beschreibungen voll­ständig und richtig sind. Ein qualifiziertes, also ausführ­liches Zeugnis sollte mindestens eine Seite lang sein, aber zwei Seiten nicht über­schreiten.

Floskeln. Ihr Zeugnis sollte individuell sein und nicht nur allgemeine Phrasen enthalten. Achten Sie auf inhalt­liche Wider­sprüche und Floskeln, die negativ ausgelegt werden könnten (Böse Überraschung hinter Nettigkeiten). Doppelte Verneinungen, einschränkende Aussagen, doppeldeutige Sätze – so gut sie auch klingen – können abwertend sein und sollten nicht in Ihrem Zeugnis stehen. „Stets“ „immer“ und „äußerst“ wirken dagegen meist positiv.

Profi. Wollen Sie ein Zeugnis zusätzlich fachlich prüfen lassen, wenden Sie sich an einen Fach­anwalt für Arbeits­recht oder einen Zeug­nisberater. Für ihre Mitglieder bieten Gewerk­schaften wie Verdi kostenlos eine Zeug­nisberatung an.

Klage. Sind Sie mit Ihrem Arbeits­zeugnis unzufrieden, suchen Sie schnellst­möglich das Gespräch mit Ihrem ehemaligen Arbeit­geber. Verweigert er Änderungen, bleibt nur der Klageweg. Zwischen­zeug­nisse können dabei helfen. Klagen können Sie auch, wenn Sie trotz mehr­facher Aufforderung kein Zeugnis erhalten.

Hilfe. Für eine Zeug­nisklage sollten Sie einen Rechts­anwalt zurate ziehen. Suchen Sie auf der Internetseite Anwaltauskunft.de nach einem Fach­anwalt für Arbeits­recht in Ihrer Nähe.

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