Arbeitszeugnis Meldung

Die Noten im Arbeitszeugnis entscheiden über die Chancen im Job.

Ein Arbeitszeugnis muss richtig sein. Der Arbeitgeber hat zwar Spielraum bei der Notenvergabe, er darf seinen Exmitarbeiter aber nicht einfach Pi mal Daumen beurteilen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass der Arbeitgeber alle Fakten korrekt berücksichtigen muss und keine Tätigkeiten unterschlagen darf (Az. 9 AZR 12/03). Sonst kann der Mitarbeiter Nachbesserung verlangen.

Ein Arbeitgeber hatte seinem Mitarbeiter bescheinigt, er habe „zur vollen Zufriedenheit“ gearbeitet. Dem war das zu durchschnittlich. Er war der Meinung, Überdurchschnittliches geleistet zu haben. Die Beurteilung des Chefs sei aber lediglich die Note 3 und keine 2.

Die Richter gaben ihm Recht. Welche Noten sich hinter der im Arbeitsleben üblichen Zufriedenheitsskala verbergen, zeigt die Tabelle.

Der BAG hat den Fall nun wieder an die Vorinstanz zurückgeschickt. Dort muss der Arbeitnehmer die Tatsachen vorlegen und beweisen, die eine bessere Note rechtfertigen. Beurteilt ein Chef einen Mitarbeiter als „unterdurchschnittlich“, muss jedoch der Chef den Beweis der schlechten Leistung führen.

Tipp: Lesen Sie unbedingt auch zwischen den Zeilen. Viele Chefs verstecken schlechte Beurteilungen hinter bestimmten Klauseln. Heißt es etwa, dass der Mitarbeiter Gelegenheit hatte, neue Kenntnisse zu erwerben, bedeutet das, dass er die Gelegenheiten nicht nutzte. Oft wird Negatives auch durch unauffällige Einschränkungen angedeutet. Wer sich lediglich „auch“ um die Kundenwünsche kümmerte, tat das zu wenig. Ein anderer Trick ist, bei der Beschreibung der Tätigkeiten des Mitarbeiters die anspruchsvollen Aufgaben nach den unwichtigen zu nennen. Bei erfahrenen Arbeitgebern, die so etwas lesen, hat man keine Chancen mehr.

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