Können dem Arbeitnehmer keine besonders schlechten Leistungen nachgewiesen werden, darf er eine durchschnittliche Bewertung erwarten. Dem entspricht die Zeugnisformulierung, der Kollege habe "stets zu unserer Zufriedenheit" gearbeitet, urteilte das Landesarbeitsgericht Köln (Az: 11 Sa 255/99).

Eine Buchhalterin hatte ihren Arbeitgeber auf Berichtigung ihres Zeugnisses verklagt, in dem ihr nur bescheinigt worden war, "zu unserer Zufriedenheit" gearbeitet zu haben.

Diese Redewendung deute auf eine nur unterdurchschnittliche Leistung, fanden die Kölner Richter. Wenn der Personalchef eine schlechtere Note als "stets zu unserer Zufriedenheit" vergeben wolle, müsse er die darin zum Ausdruck kommende Unterdurchschnittlichkeit belegen. Umgekehrt verhalte es sich, wenn der Arbeitnehmer eine über dem Durchschnitt liegende Bewertung durchsetzen will. In diesem Fall müsse er beweisen, dass er besser als die meisten Kollegen gearbeitet hat.

Dieser Artikel ist hilfreich. 319 Nutzer finden das hilfreich.