Für alle, die an mehr als einem Ort arbeiten: Auf die richtige erste Tätig­keits­stätte kommt es an

Der Chef darf die erste Tätig­keits­stätte so fest­legen, dass sein Mitarbeiter für alle Arbeits­orte zusammen möglichst viele Werbungs­kosten absetzen kann. Schon für die Fahrt­kosten hat das große Folgen.

Faust­regel. Für den Weg zur ersten Tätig­keits­stätte gibt es 30 Cent je Kilo­meter der einfachen Entfernung. Für Wege zu anderen Arbeits­orten gibt es 30 Cent je Fahr­kilometer mit dem eigenen Auto, also doppelt so viel. Alternativ zählt der individuelle Kilo­meter­satz.

Beispiel. Filialleiter Sven Wuttke wohnt in München. Er fährt diens­tags bis frei­tags 145 Kilo­meter zur Filiale in Ulm, montags 68 Kilo­meter nach Augs­burg.

Steuer­vorteil. Legt der Chef die Filiale in Augs­burg als erste Tätig­keits­stätte fest, kann Wuttke 7 065,60 Euro mehr Fahrt­kosten absetzen. Er zahlt bei 30 Prozent Grenz­steu­ersatz inklusive Soli­zuschlag 2 236 Euro weniger Steuern. In den ersten drei Monaten kann Wuttke außerdem Verpflegungs­pauschalen abrechnen. Legt der Chef nichts fest, nimmt das Finanz­amt als ersten Ort Ulm, weil Wuttke dort die meiste Zeit verbringt.

Tipp: Ihr Chef darf nicht nur den Firmensitz oder eine Filiale zum ersten Tätig­keits­stätte bestimmen, sondern auch einen ausgelagerten Unter­nehmens­bereich, eine Tochterfirma oder einen Arbeits­platz beim Kunden. Wie oft Sie dort arbeiten, spielt keine Rolle. Die Zuordnung muss auf Dauer angelegt sein (mehr als 48 Monate), kann aber auch auf die Dauer des Arbeits­verhält­nisses beschränkt sein. Selbst wenn der Job verlängert wird, darf das Finanz­amt nach­träglich nichts korrigieren.

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