Reise­kosten sind das neue Steu­ersparmodell. Viele Berufs­tätige können mehr für die Verpflegung absetzen als bisher – ohne Kosten zu belegen.

Arbeitnehmer mit mehreren Arbeits­orten können mehr absetzen. Der Chef muss nur die erste Adresse richtig fest­legen.

Seit Anfang des Jahres hängt viel Geld davon ab, wie der Chef die „erste Tätig­keits­stätte“ eines Arbeitnehmers fest­legt. Mitarbeiter mit mehreren Arbeits­orten dürfen erst­mals ihre erste Tätig­keits­stätte im Betrieb eines Kunden, in einem ausgelagerten Unternehmen oder einer Tochterfirma haben. Mit der richtigen Wahl können sie ihre Werbungs­kosten für 2014 erhöhen – ohne einen Cent mehr auszugeben. Das Sparmodell ist zum Beispiel wichtig für:

  • Gebiets­leiter mit verschiedenen Filialen,
  • Lehrer mit mehreren Schulen,
  • Beamte mit mehreren Dienst­stellen,
  • Bauarbeiter, Kunden­dienst­monteure und Hand­werker mit verschiedenen Einsatz­stellen und
  • Mitarbeiter im Außen­dienst.

Zusammen mit dem Chef

Zunächst sollte jeder vergleichen, was mehr bringt: wenn die erste Tätig­keits­stätte zum Beispiel beim Kunden ist oder in der Haupt­filiale. In unserem Beispielfall kann der Filialleiter mit der richtigen Gestaltung gut 7 000 Euro mehr Fahrt­kosten absetzen. Er zahlt rund 2 236 Euro weniger Steuern.

Doch ohne den Chef geht nichts. Er muss fest­legen, was die erste Tätig­keits­stätte ist. Tut er das nicht oder ordnet er sie nicht eindeutig zu, ist das Finanz­amt am Zug. Die erste Tätig­keits­stätte ist dann diejenige, die der Arbeitnehmer

  • jeden Arbeits­tag aufsucht oder
  • zwei volle Tage pro Arbeits­woche oder
  • mindestens ein Drittel der Arbeits­zeit.

Oft ist die Wahl des Finanz­amts schlechter als eine selbst­gewählte Lösung.

Hohe Fahrt­kosten rausholen

Für die Arbeits­wege – zur ersten und zu weiteren Arbeits­stätten – kommen oft einige tausend Euro Werbungs­kosten zusammen:

  • Für Wege zur ersten Tätig­keits­stätte gibt es 30 Cent pro Entfernungs­kilometer (einfacher Weg) – unabhängig davon, ob der Weg zu Fuß, per Bahn oder Bus oder mit dem Auto zurück­gelegt wird.
  • Für alle dienst­lichen Wege außer­halb der ersten Tätig­keits­stätte sind pauschal 30 Cent für jeden mit dem eigenen Auto gefahrenen Kilo­meter anerkannt. Für Fahrten mit dem Motorrad, Roller, Moped, Mofa beträgt die Pauschale neuerdings einheitlich 20 Cent (vorher 13 Cent für Motorrad/Roller, 8 Cent für Mofa/Moped). Hinzu kommen häufig Über­nachtungs­kosten und Verpflegungs­pauschalen.

Bessere Verpflegungs­pauschale

Besonders profitieren Arbeitnehmer im Außen­dienst von der Verpflegungs­pauschale. Sie ist seit Jahres­anfang viel güns­tiger und beträgt je nach Abwesenheit von zuhause oder der ersten Tätig­keits­stätte so viel:

  • 12 Euro am Tag bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit. Bisher gab es nur 6 Euro, wenn der Mitarbeiter mindestens 8 Stunden und weniger als 14 Stunden unterwegs war.
  • 24 Euro am Tag bei 24 Stunden Abwesenheit.
  • 12 Euro jeweils am An- und Abreisetag, wenn auf Dienst­reisen über­nachtet wird.

Wie bisher gibt es die Pauschale nur in den ersten drei Monaten. Die Frist beginnt aber neu, wenn die Tätig­keit für mindestens vier Wochen unterbrochen wird – aus welchem Grund auch immer. Das darf neuerdings auch der Urlaub sein.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2 Nutzer finden das hilfreich.