Arbeitsvertragliche Regelungen, nach denen der Chef seine Mitarbeiter in dringenden Fällen aus dem Urlaub an die Arbeit zurückbeordern kann, sind unwirksam. Das hat das Bundesarbeitsgericht (Az. 9 AZR 404/99 und 405/99) anhand des Falles eines Programmierers entschieden, der den Rückruf seines Arbeitgebers ignorierte und dafür fristlos entlassen wurde.

Die Kündigung durch den Arbeitgeber erklärte das Gericht für unwirksam, da eine solche Rückrufregelung im Arbeitsvertrag nicht mit dem Bundesurlaubsgesetz vereinbar sei. Arbeitgeber müssten sich vor der Urlaubsgewährung entscheiden, ob dringende betriebliche Belange entgegenstünden.

Die Richter ließen allerdings offen, inwieweit Mitarbeiter auf Sonderwünsche des Chefs eingehen müssen, wenn der Urlaub zwar bereits bewilligt, aber noch nicht angetreten ist. Bislang wurde auch die Ansicht vertreten, dass Arbeitnehmer aufgrund einer Treuepflicht unter Umständen auf den Reiseantritt verzichten müssten.

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