Stürzt ein Bewerber während eines unbe­zahlten Probearbeits­tags, kann dies ein Arbeits­unfall sein, entschieden die Richter am Landes­sozialge­richt Sachsen-Anhalt (Az. L 6 U 82/15). Die gesetzliche Unfall­versicherung erkannte den Sturz nicht als Arbeits­unfall an und wollte nicht zahlen. Im Vordergrund hätte das Eigen­interesse des Klägers gestanden, den Arbeits­platz zu bekommen oder heraus­zufinden, ob er geeignet sei. Dem wider­sprachen die Richter. Der Bewerber sei zum Unfall­zeit­punkt als Beschäftigter versichert gewesen. Er habe dieselben Tätig­keiten ausgeübt wie regulär Beschäftigte und sei in die Arbeits­organisation des Arbeit­gebers einge­bunden gewesen, der ein konkretes Weisungs­recht hatte. Das Urteil ist nicht rechts­kräftig, das Bundes­sozialge­richt prüft den Fall (Az. B 2 U 1/18 R).

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