Die Regeln rund um den gelben Schein

Wird ein Arbeitnehmer so krank, dass er nicht in den Betrieb kommen kann, muss er eine Reihe von Regeln beachten.

  • Arbeitsunfähigkeit. Nicht jede Krank­heit bedeutet Arbeitsunfähigkeit. Nur wenn der Mitarbeiter seine arbeitsvertraglichen Pflichten nicht erfüllen kann, darf er zu Hause bleiben.
  • Meldung. Der erkrankte Mitarbeiter muss dem Betrieb bereits am Morgen des ersten Fehltags Bescheid sagen.
  • Attest. Meist muss der Mitarbeiter am vierten Tag das ärztliche Attest – den gelben Schein – vorlegen. Das kann aber auch anders geregelt sein. Es gibt Betriebe, in denen das Attest bereits ab dem ersten Tag nötig ist. Das muss dann zwar nicht am ersten Tag eingehen, es muss aber bereits für den ersten Fehltag gelten.
  • Prognose. Auch wenn das Attest erst am vierten Tag beim Chef ankommen soll, muss der Arbeitnehmer in jedem Fall sofort nach dem Arztbesuch dem Arbeitgeber sagen, wie lange er voraussichtlich fehlen wird.
  • Folgeatteste. Wird ein weiteres Attest nötig, dann gelten dafür dieselben Mitteilungspflichten, und zwar über die gesamte Krankheitszeit. Auch wenn nach sechs Wochen der Arbeitgeber keine Entgeltfortzahlung mehr leistet und die Krankenkasse Krankengeld zahlt, muss der Mitarbeiter die Mitteilungspflichten – etwa für weitere Atteste – erfüllen.
  • Ausland. Auch bei Erkrankungen im Ausland muss das Attest am vierten Tag im Betrieb sein. Am sichersten ist ein Fax, ein Brief dauert meist zu lang. Mitarbeiter sollten auch Erkrankungen während des Urlaubs melden, denn die Urlaubstage werden ihnen gutgeschrieben.
  • Konsequenzen. Verletzt der erkrankte Mitarbeiter seine Pflichten, kann das zur Abmahnung und Kündigung führen. Der Arbeitgeber kann aber auch den Lohn für diese Tage einbehalten.
  • Bettruhe. Arbeitsunfähige Mitarbeiter müssen nur dann das Bett hüten, wenn dies ausdrücklich verordnet ist. Wenn es die Heilung nicht verzögert oder gefährdet, dürfen sie auch einkaufen, spazieren oder ins Kino gehen.
  • Jobben. Wer während der Arbeitsunfähigkeit in einem anderen Betrieb jobbt, kann ohne Abmahnung fristlos gekündigt werden. Das droht ihm vor allem dann, wenn er bei einem Konkurrenten arbeitet und die Arbeit nach Art und Schwere vergleichbar ist.
  • Genesung. Kranke Arbeitnehmer dürfen nicht an ihren Arbeitsplatz gehen. Wer vorzeitig wieder gesund wird, kann nur ins Büro, wenn der Chef zustimmt.

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