Bewerber dürfen nicht verschweigen, dass sie aus gesundheitlichen Gründen auf Dauer nicht in der Lage sind, die gewünschte Stelle auszufüllen. Ein 57-jähriger Mann hatte sich um eine Stelle am Flughafen Frank­furt/Main beworben, bei der er nachts und in Wechsel­schicht Luft­fracht abfertigen sollte. Unmittel­bar nach Antritt der Stelle legte der Mann mehrere Jahre alte Atteste vor, wonach er wegen verschiedener Erkrankungen nachts auf keinen Fall arbeiten soll. Der Arbeit­geber erklärte darauf­hin die Anfechtung des Arbeits­vertrags mit sofortiger Wirkung. Der Mann klagte gegen die Anfechtung, blitzte damit aber vor dem Hessischen Landes­arbeits­gericht ab. Die Richter werteten es als arglistige Täuschung, dass der Bewerber seine Nacht­arbeits­unfähigkeit verschwiegen hatte (Az. 8 Sa 109/11). Bewerber müssen Erkrankungen nennen, wegen derer sie auf Dauer nicht oder nur einge­schränkt arbeits­fähig sind. Andere Krankheiten dürfen Kandidaten für eine Stelle allerdings verschweigen.

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