Arbeits­recht Meldung

Ohne Verdacht rechts­widrig: heimliche Aufnahmen im Auftrag des Chefs.

Ohne konkrete Anhalts­punkte für schwerwiegende Pflicht­verletzungen dürfen Arbeit­geber ihren Mitarbeitern keinen Privatdetektiv auf den Hals schi­cken. Ein Arbeit­geber aus dem Raum Münster muss jetzt einer Sekretärin 1 000 Euro Entschädigung zahlen. Das hat das Bundes­arbeits­gericht entschieden (Az. 8 AZR 1007/13).

1 000 Euro Schmerzens­geld für Sekretärin

Der zugrunde liegende Fall: Die Sekretärin hatte sich krankgemeldet. Sie verlängerte die Krankmeldung mehr­fach und legte jeweils ärzt­liche Bescheinigungen vor. Der Arbeit­geber hielt die Arbeits­unfähigkeit für vorgetäuscht und schaltete einen Detektiv ein. Der machte heimlich Fotos und Film­aufnahmen. Schließ­lich glaubte der Arbeit­geber: Die Beweise reichen aus. Er kündigte der Frau. Doch vor Gericht zeigte sich: Die Krank­schreibung war korrekt. Das Landes­arbeits­gericht Hamm verurteilte den Arbeit­geber wegen rechts­widriger Bespit­zelung zur Zahlung von Schmerzens­geld. Seine Revision vor dem Bundes­arbeits­gericht blieb erfolg­los.

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