Arbeitsrecht Meldung

Ein Arbeitgeber kann seinem Mitarbeiter fristlos kündigen, wenn dieser – obwohl er krank geschrieben ist – in den Skiurlaub fährt. Das hat das Bundesarbeitsgericht im Fall eines Gutachters entschieden, der beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen arbeitete, aber wegen einer Hirnhautentzündung längere Zeit arbeitsunfähig war (Az. 2 AZR 53/05).

Trotz Krankheit verreiste der Mann. Im Urlaub brach er sich ein Bein, sodass sich die Zeit der Arbeitsunfähigkeit noch verlängerte. Der Mann habe seine Pflicht zu gesundheitsförderndem Verhalten erheblich verletzt, urteilten die Richter und erklärten die fristlose Kündigung für rechtens.

Tipp: Wenn jemand wegen einer Krankheit arbeitsunfähig ist, bedeutet das aber nicht, dass er den ganzen Tag in der Wohnung hocken muss. „Bei einer Erkältung oder einer Grippe spricht sicher nichts dagegen, auch einmal an die frische Luft zu gehen“, erklärt Rechtsanwalt Roland Weiß, Arbeitsrechtsexperte vom Deutschen Anwaltverein. Probleme sieht er aber beispielsweise beim Sport oder einem Konzertbesuch: „In den Fällen stellt sich schon die Frage, warum man ausgehen, aber nicht arbeiten kann.“

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