Arbeits­recht Meldung

Wer sich im Zorn selbst verletzt, kann Ärger mit dem Chef bekommen – ist aber versichert.

Kann jemand, der sich bei einem Ausraster im Job selbst verletzt, mit Lohn­fortzahlung im Krank­heits­fall rechnen? Ja, hat das Hessische Landes­arbeits­gericht entschieden (Az. 4 Sa 617/13). In dem konkreten Fall ging es um einen Gabel­staplerfahrer, der wegen einer Anweisung seines Chefs in Wut geriet. Er rastete aus, weil sein Boss forderte, das provisorisch als Wetter­schutz am Gabel­stapler angebrachte Plexiglasdach abzu­bauen. Das versetzte den Gabel­staplerfahrer so in Rage, dass er mit Verpackungs­material um sich warf und mehrere Male mit der Faust auf ein Verkaufs­schild schlug. Dabei brach er sich die Hand und war mehrere Wochen lang arbeits­unfähig. Sein Arbeit­geber weigerte sich, die Lohn­fortzahlung zu gewähren. Zu Unrecht, entschieden die Richter. Ihre Begründung: Der Wutanfall war kein grob fahr­lässiges Verhalten, dem Mitarbeiter stehe deshalb Lohn­fortzahlung im Krank­heits­fall zu.

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