Das Basteln und Abstellen einer Kofferbomben-Attrappe im Betrieb kann eine frist­lose oder verhaltens­bedingte Kündigung recht­fertigen, urteilte das Landes­arbeits­gericht Hamm (Az. 3 Sa 1398/16). Ein Arbeitnehmer hatte während der Nacht­schicht bei der Maschinenhalle einen Koffer gefunden, aus dem Drähte heraus­ragten. Er schrieb mit weißer Farbe Fantasiewörter darauf, die wie isla­mistische Parolen aussahen. In den Koffer legte er als Belohnung für den Finder Süßig­keiten. Eine Woche später wurde der Koffer gefunden. Eine Spreng­stoffeinheit der Polizei ließ das Gebäude räumen und der Arbeit­geber erstattete Straf­anzeige.

Die Firma kündigte dem Bombenbastler frist­los, weil er psychische Belastungen für die Belegschaft und eine gravierende Störung der Betriebs­abläufe verursacht habe. Der Arbeitnehmer klagte darauf­hin, weil die Bomben­attrappe nur ein Spaß gewesen sei. Die Parteien einigten sich schließ­lich auf eine ordentliche Kündigung.

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