Arbeits­recht Keine Kündigung wegen „Negerkuss“-Bestellung

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Arbeits­recht - Keine Kündigung wegen „Negerkuss“-Bestellung
Schokokuss. So heißt es korrekt. ©  Fotolia / C. Steiner

Ein lang­jähriger Mitarbeiter des Reise­unter­nehmens Thomas Cook hatte in der Kantine einen Schokokuss als „Negerkuss“ bestellt – bei einer aus Kamerun stammenden Frau. Er wurde frist­los entlassen. Zu Unrecht, entschied das Arbeits­gericht Frank­furt am Main. Einen „Negerkuss“ zu ordern, ist kein Grund für eine Kündigung, urteilten die Richter. Weil der Mitarbeiter mehr als zehn Jahre ohne Bean­standungen für Thomas Cook tätig war, sei ohne vorherige Abmahnung weder eine außer­ordentliche frist­lose noch eine ordentliche Kündigung gerecht­fertigt. Gegen das Urteil kann Thomas Cook Berufung einlegen (Az. 15 Ca 1744/16). Grund­sätzlich gilt: Diskriminierung und Beleidigung von Kollegen können für eine verhaltens­bedingte Kündigung ausreichen. In der Regel muss der Chef die Schwere des Verstoßes und die Umstände prüfen. Es kommt auch darauf an, ob der Mitarbeiter ein „Wieder­holungs­täter“ ist oder es sich um einen einmaligen Verstoß handelt.

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Bewertester am 26.08.2016 um 06:01 Uhr
Ausdruck inakzeptabel

Wer sich solcher Ausdrücke bedient, sollte sich nicht über negative Konsequenzen wundern.