Arbeitnehmer haben während einer Ziga­retten­pause keinen Anspruch auf Bezahlung. Nach einer Entscheidung des Landes­arbeits­gerichts Nürn­berg können sie selbst dann kein Geld verlangen, wenn der Chef die Zeiten in der Raucher­ecke bisher normal vergütet hat (Az. 2 Sa 132/15).

Gericht verneint Gewohn­heits­recht

Das Gericht argumentierte: Weil der Arbeit­geber weder wusste, wie oft sich seine Angestellten eine solche Auszeit gegönnt haben noch die Dauer der Pausen kannte, liege keine sogenannte „betriebliche Übung“ vor. Diese Rechts­figur gewährt den Mitarbeitern auch ohne förmliche Vereinbarung eine Art Gewohn­heits­recht.

Raucher müssen ausstempeln

Im vorliegenden Fall durfte der Chef folg­lich von seiner bisherigen Praxis abweichen und anordnen, dass die Arbeitnehmer künftig zum Rauchen ausstempeln. Gegen diese Weisung hatte ein Stap­lerfahrer geklagt. Er argumentierte: Jahre­lang war es im Betrieb üblich, dass Raucher pro Schicht insgesamt 60 bis 80 Minuten Pause zum Rauchen einschieben. Das könne der Arbeit­geber nicht von heute auf morgen stoppen.

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