Arbeits­recht Meldung

Selbst die heimliche Über­wachung von Arbeitnehmern mit Video­kameras kann zulässig sein. Das Bundes­arbeits­gericht bestätigte die frist­lose Kündigung einer Supermarkt-Kassiererin (Az. 2 AZR 848/15). Sie hatte sich 3,25 Euro ergaunert, indem sie die Rück­gabe von Leer­gut vortäuschte.

Zulässig ist heimliche Video­über­wachung aber nur, wenn sie letztes Mittel ist, um Diebstähle oder Unter­schlagungen zu klären. Gibt es noch eine andere Möglich­keit, Straf­tätern auf die Spur zu kommen, sind verdeckt montierte Kameras verboten.

Keine Rolle spielte für die Richter, dass die Frau nur zufäl­lig ins Visier der Kamera geriet. Die sollte nämlich eigentlich zeigen, wohin Ziga­retten und Tabak an der Kasse verschwanden. Es reiche aus, dass die Aufnahmen zur Aufdeckung von Straftaten zulässig waren, entschied das Gericht. Schließ­lich stelle die Manipulation trotz des geringen Schadens einen schwerwiegenden Vertrauens­bruch der Kassiererin dar.

Welche Regeln im privaten Bereich gelten, steht in unseren FAQ Private Videoüberwachung.

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