Arbeits­recht Meldung

Wer das Brötchen seines Kollegen mopst, riskiert den Job.

Selbst Diebstahl oder Unter­schlagung recht­fertigen nicht immer eine frist­lose Kündigung. Das Arbeits­gericht Hamburg erklärte den Rauswurf einer Kranken­schwester wegen acht halber Brötchen für rechts­widrig (Az. 27 Ca 87/15). Die Pflegerin arbeitet seit mehr als 23 Jahren für die Klinik. Ihre Brötchen waren aus dem Kühl­schrank verschwunden. Sie hatte Hunger und nahm für sich und einige Kolleginnen Brötchen, die für die Mitarbeiter des Rettungs­diensts der Feuerwehr bereitlagen. Selbst der Diebstahl gering­wertiger Sachen kann eine frist­lose Kündigung recht­fertigen, erklärte das Arbeits­gericht. Es sei aber im Einzel­fall abzu­wägen. Für die allein­erziehende Mutter zweier Kinder spreche, dass sie offen gehandelt habe und zu ihrer Tat stehe. Nach mehr als 23 Jahren Beschäftigung sei dem Arbeit­geber selbst bei einer schwerwiegenden Pflicht­verletzung zuzu­muten, zunächst mit einer Abmahnung zu reagieren.

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