Arbeitsrecht Meldung

Eine Krankenschwester, die für eine unbefristete Stelle nicht berücksichtigt wurde, weil sie zum geplanten Einstellungstermin unter Mutterschutz stehen würde, bekam vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Recht (Az: C-207/98). Nach Auffassung der Europarichter stellt es eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts dar, wenn eine Einstellung verweigert wird, weil die Bewerberin nach dem Mutterschutzgesetz die Tätigkeit von Anfang an nicht ausüben darf.

Die Frau war befristet als OP-Schwester in der Herzklinik der Universität Rostock beschäftigt. Als innerbetrieblich zwei unbefristete Stellen ausgeschrieben wurden, reichte sie ihre Bewerbungsunterlagen ein. Nachdem sie ihrem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft mitgeteilt hatte, versetzte er sie in einen anderen Bereich mit dem Hinweis auf das Mutterschutzgesetz. Ihre Bewerbung auf die unbefristete Stelle wurde abgelehnt, weil das Mutterschutzgesetz ihre Beschäftigung im OP verbiete.

Die Krankenschwester klagte zuerst erfolglos vor dem Arbeitsgericht Rostock und ging dann in die Berufung. Das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern legte dem EuGH die Frage vor, ob die verweigerte Einstellung wegen Schwangerschaft eine Diskriminierung darstelle.

Dieser Artikel ist hilfreich. 342 Nutzer finden das hilfreich.