Arbeitnehmer können nicht gezwungen werden, über ihren Lohn zu schweigen. So entschied das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern (Az. 2 Sa 237/09). Ein Arbeitnehmer war abgemahnt worden, weil er die Höhe seines Lohnes mit einem Kollegen besprochen hatte. Dies hatte seine Firma im Arbeitsvertrag aber untersagt. Das Unternehmen hatte seine Arbeitnehmer zur Verschwiegenheit verpflichtet, weil es befürchtete, dass Gespräche über Lohnunterschiede den Betriebsfrieden stören könnten. Der Arbeitnehmer klagte und verlangte, dass die Abmahnung aus der Personalakte gelöscht wird. Die Richter gaben ihm Recht. Die Verschwiegenheitsklausel im Arbeits­vertrag sei unwirksam, weil sie verhindere, dass der Arbeitnehmer die Höhe seines Lohns mit anderen vergleichen und sich dann wehren könne, wenn er für gleiche Arbeit weniger verdiene.

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