Arbeitslosengeld II Meldung

Arbeitslose können Arbeitslosengeld II ­bekommen, auch wenn sie ein eigenes ­Häuschen besitzen. Das gilt aber nur dann, wenn sie selbst darin wohnen.

Hartz IV verunsichert viele Sparer. Sie befürchten im Fall einer längeren Arbeitslosigkeit den Verlust ihrer Ersparnisse. Wer alle Freibeträge nutzt, kann aber einen Teil des Vermögens schützen und dennoch den Anspruch auf Arbeitslosengeld II behalten. Finanztest informiert, wie Sparer Vermögensfreibeträge optimal ausschöpfen.

Vermögen sichern

Arbeitsuchende, die ab dem 1. Januar 2005 Arbeitslosengeld II bekommen, können drei Vermögensfreibeträge nutzen: einen Grundfreibetrag, einen Altersvorsorgefreibetrag und einen Freibetrag für Neuanschaffungen. Zum Vermögen gehört alles, was Antragsteller zu Geld machen können, etwa Aktien, Bargeld oder wertvollen Schmuck. Das Amt fordert vollständige Auskunft über den Besitz, auch Partner und Kinder der Arbeitslosen müssen über ihr Vermögen informieren, sofern sie mit ihm in einem Haushalt wohnen. Wichtig: Ein Riester-Vertrag bleibt anrechnungsfrei, belastet also nicht die Freibeträge. Gleiches gilt für angemessenen Wohnraum, Hausrat und ein angemessenes Auto.

Freibeträge nutzen

Der Grundfreibetrag beträgt 200 Euro pro Lebensjahr, mindestens 4 100 Euro und maximal 13 000 Euro. Vor dem Jahr 2003 lag der Freibetrag noch bei 520 Euro pro Lebensjahr und bei höchstens 33 800 Euro. Die alten und deutlich höheren Beträge gelten jetzt nur noch für Menschen, die vor 1948 geboren wurden. Altersvorsorgefreibetrag: Weiteres Vermögen, das eindeutig für die Altersvorsorge bestimmt ist, bleibt ebenfalls bis zu 200 Euro pro Lebensjahr anrechnungsfrei. Auch hier liegt die Höchstgrenze bei 13 000 Euro. Anschaffungsfreibetrag: Er beträgt 750 Euro und soll notwendigen Anschaffungen dienen, etwa dem Kauf eines Kühlschranks. Nutzt ein lediger 50-Jähriger alle drei Freibeträge voll aus, errechnet sich ein Betrag in Höhe von insgesamt 20 750 Euro. Bis zu einem Vermögen in dieser Höhe erhält er Arbeitslosengeld II.

Auch Partner hat drei Freibeträge

Lebt ein Antragsteller mit einem Partner zusammen, gelten die Freibeträge pro Person. Ein 50-Jähriger und eine 40-Jährige etwa haben zusammen eine Vermögensfreigrenze in Höhe von 37 500 Euro. Die Verteilung des Vermögens ist dabei unwichtig: Der arbeitslose Mann dürfte das Geld auch allein besitzen - solange die Frau nichts hat. Im Gegenzug rechnet die Behörde alle Einkommen in einer Partnerschaft zusammen. Eine arbeitslose Frau kann also mit ihrem Antrag auf Arbeitslosengeld II scheitern, wenn der Ehemann zu viel verdient. Jedes Kind eines Arbeitslosengeld-II-Empfängers hat einen Vermögensfreibetrag in Höhe von 4 850 Euro. Überschreitet das Vermögen des Kindes den Freibetrag, muss es solange von seinem Geld leben, bis die Freibetragsgrenze erreicht ist. Der Kinderzuschlag für den Arbeitslosen entfällt bis dahin.

Lebensversicherung sichern

Die herkömmliche Kapitallebensversicherung fällt als Vermögen unter den Grundfreibetrag. Erst wenn der Versicherungsvertrag eine „Hartz-Klausel“ enthält, gilt der Freibetrag für die Altersvorsorge. Die Klausel verhindert, dass der Versicherte vor dem Eintritt in den Ruhestand an sein Geld kommt. Wer seine bereits abgeschlossenen Verträge noch nicht mit einer Hartz-Klausel versehen hat, kann das meist nachholen. Wichtig ist nur, dass die Klausel vor dem Antrag auf Arbeitslosengeld II im Vertrag steht. In den Fällen, in denen der Rückkaufswert einer Lebensversicherung die Freibeträge übersteigt, muss der Antragsteller zunächst von diesem „Überschuss“ leben. Das geht, indem er seine Lebensversicherung zum Teil kündigt - in Höhe des Überschusses.

Keine Gefahr für kleines Haus

Das selbst bewohnte Eigenheim ist extra geschützt. Es zählt nicht als anrechenbares Vermögen, wenn es sich um ein Haus oder eine Eigentumswohnung „von angemessener Größe“ handelt. Die Angemessenheit ist noch nicht abschließend definiert. Laut Bundesagentur für Arbeit sind bis zu 130 Quadratmeter Wohnfläche angemessen und damit anrechnungsfrei - sogar für Singles. In der Stadt darf das Grundstück maximal 500 Quadratmeter, auf dem Lande sogar 800 Quadratmeter betragen. Nach bisherigem Sozialrecht gelten die 130 Quadratmeter aber nur für einen Vier-Personen-Haushalt als angemessen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 794 Nutzer finden das hilfreich.