Arbeit. Fünf Stunden an sechs Tagen die Woche sind fast eine Voll­beschäftigung.

Eine Arbeit als Au-Pair bei einer deutschen Gast­familie kann europarecht­lich als Arbeitnehmer­tätig­keit ange­rechnet werden. Damit kann ein Au-Pair-Mädchen nach Beendigung des Arbeits­verhält­nisses Anspruch auf Sozial­hilfe haben, entschied das Sozialge­richt Lands­hut (Az. S 11 AS 624/16) im Fall einer jungen kroatischen Frau. Nach acht Monaten als Au-pair in Deutsch­land hatte sie als Empfangs­dame in einem deutschen Hotel gearbeitet und musste den Job aus gesundheitlichen Gründen kündigen. Das Sozial­amt weigerte sich, ihr Grund­sicherung zu zahlen, unter anderem mit der Begründung, dass Au-Pair keine Arbeitnehmer­tätig­keit sei, weil es nicht um den Einkommens­erwerb ginge, sondern um die „Erweiterung des Erfahrungs­horizontes“. Das Gericht sah das anders. Es addierte ein monatliches Taschengeld von 260 Euro, Kost und Logis, die Mitbenut­zung des Autos und einen Zuschuss von 50 Euro zum Sprach­kurs auf ein Einkommen von mindestens 1 000 Euro monatlich und verurteilte das Amt zum Zahlen der Grund­sicherung.

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