Arbeiten in Europa Tschüs, Deutschland

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Bessere Jobchancen und manchmal auch ein höheres Gehalt - viele Deutsche entscheiden sich dafür im Ausland zu arbeiten. Jedes Jahr wandern etwa 65.000 aus. Doch vor diesem Schritt sollten sich Interessierte gründlich informieren und vorbereiten. Hilfe bieten eine Vielzahl von Beratungsstellen. Auch spezielle Institute wie das Baltic Training Center helfen bei der Vorbereitung mit Sprachkursen und Informationen über die Kultur des Ziellandes. Finanztest sagt, was Auswanderer beachten müssen, wo sie Hilfe für ihr Vorhaben erhalten und nennt eine Vielzahl von Internetadressen, die Interessierten bei der Vorbereitung weiterhelfen.

Hilfe von Profis

Wichtige Anlaufstelle für alle Auswanderungswilligen: die Eures (European Employment Services). Dieses Netzwerk von Auswanderungsberatern im Europäischen Wirtschaftsraum wird von der Europäischen Kommission betreut. Allein in Deutschland gibt es mehr als 80 Eures-Berater, die Auswanderern kostenlos helfen. Derzeit führt das Netzwerk etwa 9.000 Jobangebote im europäischen Ausland.

Sprache lernen

Ohne die Landessprache geht nichts im Auswanderungsland. Doch den Sprachkurs müssen Interessierte fast immer selbst bezahlen. Ausnahme: Arbeitslose erhalten die Kosten vom Arbeitsamt, wenn ihr Beruf im Ausland gesucht wird und der Kurs ihre Einstellungschancen verbessert. Neben Sprachkursen bieten eine Reihe von Instituten auch mehrwöchige Kurse an, in denen Auswanderer etwas über die Kultur des Ziellandes lernen können. Beispiele: Trainingskurse für Nordeuropa, die Niederlande und Irland bieten das Baltic Training Center in Rostock und das Nordic Training & Job Center in Flensburg.

Aufenthaltsrecht klären

Zwar haben Bürger der Europäischen Union (EU) in allen Mitgliedsländern ein allgemeines Aufenthaltsrecht. Jeder kann also da arbeiten, wo er möchte. Doch trotzdem müssen Auswanderer bestimmte Formalitäten klären. So benötigt jeder, der länger als drei Monate in einem anderen EU-Land bleibt eine Aufenthaltserlaubnis. Für alle, die bereits einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben, ist dies reine Formsache. Ist die Aufenthaltsgenehmigung einmal unterschrieben, gilt sie für eine Dauer von fünf Jahren.

In Deutschland abmelden

In Deutschland müssen sich Auswanderer beim Ordnungsamt und auch bei ihrer Krankenkasse abmelden. Jeder muss sich dort krankenversichern, wo er arbeitet. Da die Leistungen in anderen EU-Staaten recht unterschiedlich sind, sollten sich Interessierte vorher gut informieren. Auskünfte über die sozialen Leistungen im Zielland gibts bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland.

Rentenanspruch bleibt

Die in Deutschland gezahlten Beiträge für die Rentenversicherung gehen Auswanderern nicht verloren. Im Rentenalter bekommen sie dann jeweils Teilrenten aus den Ländern, in denen sie gearbeitet haben. Bei der Berechnung unabhängig ist, ob Auswanderer vorher in Deutschland die üblichen fünf Jahre Einzahlungszeitraum für die Rentenansprüche erfüllt haben. Denn deutsche und ausländische Zeiträume werden zusammengelegt. Allerdings kann es Unterschiede im Renteneintrittsalter zwischen den Ländern geben. Rentenberater geben Auskunft über mögliche Versorgungslücken, die dadurch entstehen können.

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