Arag-„Rechtsnavigator“ Schnelltest

Unter dem Namen „Rechtsnavigator“ bietet die Arag eine Rechtsschutzversicherung mit neuem Zuschnitt. Sie hat die Deckungssumme ihres früheren Angebots von 300 000 Euro auf 1 Million Euro erhöht und unter anderem um die Möglichkeit der telefonischen Erstberatung ergänzt. Familien zahlen für Schutz in Privat-, Arbeits-, Verkehrs- und Mietsachen jährlich 245 Euro bei einer Selbst­beteiligung von 150 Euro je Rechtsschutzfall.

Vorteil: Der Rechtsschutzvertrag kostet trotz Erweiterungen nicht mehr als zuvor. Versicherte können sich telefonisch in Rechtsfeldern beraten lassen, die sonst nicht versichert sind – etwa im Baurecht. Das gibt es anderswo nur als unverbindliche Leistung, also ohne festen Anspruch des Kunden. Bei der Arag ist zudem eine vorsorgliche Beratung möglich, die üblicherweise nicht mitversichert ist. Die Selbstbeteiligung wird für die Telefonberatung nicht fällig.

Nachteil: Für die Telefonberatung gilt eine jährliche Kostenbegrenzung von 500 Euro. Da solch eine Beratung je nach Streitwert bis zu 220 Euro kostet, ist die Zahl der Nachfragen begrenzt. Wer zweimal in teurer Angelegenheit anruft, muss beim dritten Anruf innerhalb der Jahresfrist damit rechnen, dass er zuzahlen muss. Außerdem kann die Arag den Anspruch auf Telefonberatung kündigen, wenn Versicherte sie zweimal in zwölf Monaten nutzen. Der Hauptvertrag bleibt davon unberührt, Kunden zahlen dann 13 Euro pro Jahr weniger für ihr Rechtsschutzpaket.

Fazit: Das Arag-Angebot ist für Neukunden auch im Vergleich mit anderen Angeboten attraktiv. Bedauerlich ist aber, dass Bestandskunden es nicht nutzen können. Zudem besteht die Gefahr, dass die Arag ihren Kunden den attraktiven Vertragsbaustein „Telefonberatung“ schnell kündigt, wenn sie ihn zu rege in Anspruch nehmen.

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