Apple iPhone XR Schnelltest

Robuster als seine teureren Geschwister XS und XS Max – und in vielen Farben erhältlich: Das neue iPhone XR.

Als „Billig-iPhone“ wird Apples neues Modell XR bezeichnet. Bei einem Preis von 850 Euro ist das natürlich scherzhaft gemeint. Kein Scherz hingegen ist, dass das XR im Test mehr über­zeugt als die zwei XS-Varianten, die jeweils über 1 000 Euro kosten, aber in der Fall­trommel kaputt­gingen. Dieses gravierende Problem hat das XR nicht. Unser Schnell­test zeigt, warum es auch sonst die bessere Wahl ist. Wenn Sie sämtliche Details wissen wollen: Die Test­daten des XR sind jetzt in der großen Test-Datenbank Handys auf test.de.

XS und XS Max: Fragile Flaggschiffe

Ob die Katze es mit dem Schwanz von der Tischkante fegt, die toll­patschige Tochter das Gerät aus den Fingern gleiten lässt oder es dem Vater beim Bücken aus der Hemdtasche rutscht: So ein Handy kann schnell mal runterfallen – durch­aus auch mehr­fach, schließ­lich begleitet uns ein Gerät ja meist mehrere Jahre lang. Smartphones müssen Stürze aushalten können. Die meisten schaffen das auch, wie unsere Fall­tests zeigen. Die teuren XS-iPhones (das XS und das größere XS Max) gehören leider nicht zu dieser Mehr­heit. Bei unseren Versuchen in der Fall­trommel erlitten sie mal Schäden am Display, mal Risse auf der Rück­seite und mal Kameradefekte. Im echten Leben muss der Besitzer diesen Schaden für viel Geld reparieren lassen oder hoffen, das kaputte Gerät noch verkaufen zu können.

Tipp: Test­ergeb­nisse für über 300 Handys aller wichtigen Hersteller, darunter auch alle Apple-Geräte, zeigt unserSmartphone-Test.

XR: Fall­test bestanden

Mit dem güns­tigeren iPhone XR beweist Apple, dass die Firma durch­aus stabile Handys bauen kann. Wer statt des XR eines der teuren XS-Flaggschiffe kauft, muss bei jeder Unacht­samkeit eher mit einem Totalschaden rechnen. Das XR zeigt sich deutlich robuster – allein das macht es zum besten der neuen iPhone-Modelle. Netter Neben­effekt: Apple-Fans, die anstelle einer XS-Variante das XR wählen, sparen Hunderte Euro und müssen nur minimale Leistungs­einbußen hinnehmen.

Video: Das iPhone XR im Schnell­test

Nach den teuren Top-Smartphones XS und XS Max haben wir jetzt auch das güns­tigere iPhone XR von Apple getestet.

Eines der besten Handys des Jahres

Das iPhone XR ist ein hervorragendes Smartphone. Der Prozessor rechnet schnell, zum Surfen im Netz ist das Gerät nahezu perfekt, Display wie Stabilität sind sehr gut. In den Prüf­punkten Kamera, Ortung und Navigation, Musikspieler und Hand­habung schneidet das XR jeweils gut ab. Mit dieser Performance gehört es zu den besten Handys, die wir 2018 getestet haben.

Unterschiede zu XS-Modellen im Alltag kaum spür­bar

Im direkten Duell mit dem XS und dem XS Max ist das XR zwar in manchen Merkmalen etwas weniger üppig ausgestattet: So ist der Arbeits­speicher kleiner und das Display kommt auf eine geringere Pixeldichte und ein nied­rigeres Kontrast­verhältnis. Zudem hat Apple anders als bei den teuren Schwestermodellen kein Oled-Display verbaut und die 3D-Touch-Funk­tion einge­spart. Die größten Unterschiede gibt es in puncto Kamera: Anders als die XS-Modelle hat das XR keine Doppelkamera. Das schränkt die Möglich­keiten beim Fotografieren ein. So kann der Nutzer weder zwischen zwei verschiedenen, optischen Bild­winkeln wählen, und der Porträtmodus rechnet erst im Nach­hinein Unschärfen ins Bild, was nur bedingt funk­tioniert. Ansonsten sind im Alltag aber kaum Leistungs­unterschiede zu spüren.

Schwächen sind dieselben wie beim XS

Die wenigen auffälligen Defizite des XR haben wir auch bei den XS-Modellen bemerkt: Der Empfang in schwachen Netzen ist relativ schlecht und die Sprach­qualität beim Telefonieren hält sich in Grenzen. Wie bei iPhones üblich, gibt es keinen Steck­platz für microSD-Karten – die Speicher­kapazität lässt sich daher nicht erweitern. Ebenfalls appletypisch ist das Fehlen eines herkömm­lichen Kopf­hörer­anschlusses. Wer Kabel-Kopf­hörer mit dem weit verbreiteten 3,5mm-“Klinken“-Stecker verwenden will, muss einen Adapter kaufen, der bei Apple 10 Euro kostet. Draufzahlen muss auch, wer die recht langen Lade­zeiten der iPhones verkürzen will: Mit dem im Liefer­umfang enthaltenen Netz­teil dauert das Laden satte 3,5 Stunden. Fixer geht‘s mit Schnell­lade-Netz­teilen – die bietet Apple ab 25 Euro aufwärts an.

Die eine große Stärke macht den Unterschied

Auch wenn sich das XR und die XS-Modelle in vielen Punkten ähneln: Der eine große Vorteil des XR ist entscheidend – das Gerät bestand den Fall­test und ist damit deutlich besser gegen unangenehme Über­raschungen im Alltag geschützt. Im Duell mit dem XS hat das XR noch einen zweiten Vorteil: Sein Display ist größer als das des 250 Euro teureren Handys.

Farben­froh statt dezent

Für manchen Nutzer bietet das XR einen weiteren Plus­punkt: Es ist in insgesamt sechs Farben verfügbar – darunter quietschiges Gelb, knalliges Rot und cooles Blau. Die XS-Modelle hingegen sind nur in den drei dezenten Stan­dard­farben Silber, Space Grau und Gold erhältlich. Statt optischer Zurück­haltung zeigt das XR also Mut zur Auffälligkeit. Wer so viel Geld für ein Handy ausgibt, soll schließ­lich auch was zum Vorzeigen haben – immerhin haben Smartphones laut einigen Umfragen inzwischen Autos als wichtigstes Status­symbol über­holt.

Fazit: Die beste Wahl für Apple-Freunde

Güns­tiger und stabiler. Das iPhone XR ist eines der besten Handys des Jahres. Seine minimalen tech­nischen Nachteile gegen­über den teureren XS-Modellen fallen im Alltag kaum ins Gewicht. Da das XR güns­tiger und deutlich stabiler ist als seine Geschwistergeräte, eignet es sich ideal für alle, die ein iPhone haben wollen, aber dafür keinen vierstel­ligen Betrag ausgeben möchten – und sich auch gern die Sorge sparen würden, dass jeder kleine Sturz teuer werden könnte.

Es geht noch preis­werter. Weitere gute Alternativen sind die Apple-Modelle aus dem Vorjahr: Das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus kosten weniger als die drei aktuellen Apple-Handys – und sie sind ähnlich stabil wie das XR. Ihre Akkus halten zwar ein paar Stunden weniger durch und ihre Kameras machen nicht ganz so groß­artige Bilder wie die iPhones des Jahres 2018, dafür eignen sich die Vorjahres-Geräte aber zum Telefonieren besser, da ihr Empfang auch auf dem Land oder im Zug stärker ist.

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