Ohne Home Button ist der Rand der neuen iPad Pros nochmals deutlich geschrumpft.

Das neue iPad Pro gibt es in den Größen 11 Zoll und 12,9 Zoll. Erst­mals mit einem USB-C-Anschluss ausgestattet, bietet das Profi-Tablet noch mehr Rechenpower, ein über­ragendes Display, leistungs­starke Kameras und satten Sound. Auch ohne Home Button und Kopf­hörer­buchse schaffen es beide iPads an die Spitze aller aktuell von der Stiftung Warentest getesteten Tablets.

Schlanke Form, neue Funk­tionen

Mit 474 bzw. 626 Gramm sind die neuen iPad Pros angenehm leicht, mit 6 Milli­metern nochmals dünner als ihre Vorgänger. Apple bietet beide Tablets mit 64, 256 und 512 Gigabyte sowie 1 Terabyte Speicher an. Bereits die kleinste Variante kostet rund 880 bzw. 1 100 Euro. Wer sich für ein Modell mit 1 Terabyte samt LTE-Modem entscheidet, ist mit etwa 1 880 bzw. 2 100 Euro dabei.

Wichtigste Neuerung: Statt der bisherigen Light­ning-Buchse zum Laden haben die neuen Pro-Modelle einen USB-C-Anschluss. Weggefallen ist neben dem Kopf­hörer­ausgang auch der Home Button. Folge: Apps lassen sich nur noch über Wisch­gesten bedienen und die Anmeldung per Finger­abdruck entfällt. Nutzer können ihr Tablet jetzt neben der Pin-Eingabe auch per Gesichts­erkennung entsperren. Im Test klappte das einwand­frei.

Bestnoten für die Displays

Die größere Variante des iPad Pro besitzt eine nutz­bare Display­diagonale von 12,9 Zoll (32,7 cm) und einem Seiten­verhältnis von 4:3. Der kleinere Bruder bringt es auf 10,9 Zoll (27,7 cm) bei einem Seiten­verhältnis von knapp 3:2. Es eignet sich besser zum Anschauen von 16:9-Videos, da die schwarzen Balken schmaler sind. Bestnoten vergaben unsere Tester für die Qualität der Displays. Beide sind sehr hell, geben Farben sehr natürlich wieder und zeigen bei Bewegt­bildern keine Nach­zieh­effekte. Außerdem erlauben sie große Betrachtungs­winkel von allen Seiten.

Tipp: Alle Tester­ergeb­nisse veröffent­lichen wir im Detail umge­hend auch in der großen Test­daten­bank Tablets zu den Tablet-Tests. Hier können Sie alle getesteten Tablets bequem miteinander vergleichen.

USB-C-Anschluss: Neue Vielseitig­keit

Erst­mals setzt auch Apple auf den universellen USB-C-Anschluss, den auch viele andere Anbieter verwenden.

Über den universellen USB-C-Anschluss lassen sich die iPads laden. Mittels eines Display-Port- oder HMDI-Adapters können Nutzer Bild und Ton auf einen externen Monitor, zum Beispiel ein TV-Gerät, ausgeben. Sogar 4K-Videos laufen darauf flüssig. Auf dieselbe Weise lassen sich Tastaturen, Kartenlesegeräte sowie Speicher­sticks anschließen. Von USB-Speichern können Nutzer jedoch nur Fotos und Videos importieren.

Hohe Rechen­leistung und Soundqualität

In Sachen Rechenpower konnten die neuen iPads zulegen: Dank Apples neuem A12X-Prozessor sind sie schneller als viele Notebooks. Vor allem die Grafik­leistung hat spür­bar profitiert: Die 3D-Spiele, mit denen wir die Profi-Tablets testeten, liefen ebenso wie hoch­auflösende 4K-Videos ruckelfrei. Vor allem das größere iPad Pro liefert oben­drein eine beein­druckende Tonqualität. Für den in dieser Geräteklasse erstaunlich satten und räumlichen Klang sorgen jeweils zwei Laut­sprecher an der oberen und unteren Gehäuseseite.

Tabelle: Hier finden Sie die Ausstattungstabelle der beiden iPads.

iPad-Kameras setzen Maßstäbe

Wie ihre Vorgänger haben beide Tablets auf der Rück­seite eine 12-Megapixel-Kamera. Obwohl diese ohne optischen Bild­stabilisator auskommt, liefert sie vor allem bei guten Licht­verhält­nissen scharfe, kontrast­reiche Bilder. Auch die Bild­qualität der aufgenommen Videos über­zeugte unsere Tester. Es sind sowohl Aufnahmen in Full HD als auch in 4K möglich. Ansprechende Ergeb­nisse lassen sich auch mit der 7-Megapixel-Frontkamera erzielen – wichtig unter anderem für Video­telefonie und Selbst­porträts.

Akku: Schneller laden, länger surfen

Dank des neuen USB-C-Netz­teils mit 18 Watt Leistung sinkt die Ladedauer beim großen iPad Pro von knapp fünf auf drei­einhalb Stunden. Die kleinere Variante ist jetzt nach gut drei Stunden geladen – 30 Minuten schneller als der Vorgänger. Der Akku hält etwas länger durch als bei den Vorgängern: Beim Surfen mit maximaler Helligkeit schaffte der Akku des 11-Zoll-Tablets sechs­einhalb Stunden, der Akku des 12,9-Zoll-Tablets schaffte sechs Stunden. Beim Abspielen von Videos bei vergleich­barer Helligkeit stoppten unsere Tester gut fünf­zehn­einhalb bzw. knapp dreizehn­einhalb Stunden.

Neue Generation auch beim Zubehör

Zubehör lässt sich Apple fürst­lich bezahlen. Das neue Smart-Cover inklusive Tastatur gibt es ab 199 Euro. Es schützt nun auch die Rück­seite des iPads. Außerdem erlaubt es zwei verschiedene Aufstell­winkel. Der neue Pencil-Eingabestift kostet 135 Euro. Er haftet per Magnet an der Seite des iPads und wird dabei induktiv geladen. Praktisch: Zum Wechseln zwischen verschiedenen Werk­zeugen müssen Nutzer den Stift nicht mehr absetzen. Es genügt, ihn mit dem Zeigefinger seitlich zweimal kurz anzu­tippen.

Fazit: Hoch­wertige, aber teure Allrounder

Beide iPads konnten im Test über­zeugen. Vor allem Displays, Kameras und Rechen­leistung suchen derzeit ihresgleichen. In Sachen Vielseitig­keit machen die Tablets dank des neuen USB-C-Anschlusses einen Schritt nach vorn. Insgesamt schaffen sie es sogar an die Spitze unseres Rankings – knapp vor dem Samsung Galaxy Tab S4. Spitzenqualität wird jedoch immer mehr eine Frage des Geldbeutels – mit über 2 000 Euro für das große iPad Pro mit 1 Terabyte Speicher und LTE stößt Apple in neue Dimensionen vor.

Tipp: Wer so viel Geld nicht ausgeben will, findet in unserem Tests von Tablets Test­ergeb­nisse für 167 Modelle der Betriebs­systeme Android, Fire OS, iOS und Wind­ows.

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