Apple iPad Schnelltest

Das iPad von Apple

Freitag, 28. Mai. Seit heute gibt es das iPad in Deutschland. Apples neues Spielzeug zum Schmöckern und Surfen. Was ist dran am Hype um das iPad? Ist der Zwitter aus Smartphone und Netbook wirklich magisch und revolutionär, wie Apple sagt? Erste Antworten im Schnelltest.

Surfen und blättern

Das Ding sieht aus wie ein iPhone in groß. Es soll magisch sein und revolutionär: Zum Surfen, Lesen, Videos gucken, Musik hören, E-Mail schreiben und mehr. Das iPad soll eine neue Geräteklasse etablieren: zwischen eBook-Reader, Smartphone und Netbook. Die Navigation funktioniert per Fingerzeig direkt auf dem Bildschirm. Eine Tastatur gibt es nicht. Die Tasten zum Schreiben erscheinen virtuell auf dem Schirm. Das iPad ist gut 13 Millimeter dünn und wiegt knapp 700 Gramm. Für die Hand zu schwer, für den Schoß aber angenehm leicht.

In Deutschland ab 499 Euro

Apple-Fans in Deutschland fiebern dem Gerät seit Wochen entgegen. Heute nun gehen hierzulande die ersten iPads über den Ladentisch. Preis: 499 Euro für die billigste Version, bis 799 Euro für die teuerste. Wer nicht vorbestellt hat, steht hinten an. Apple führt bereits Wartelisten. Die Stiftung Warentest hat schon zum Verkaufsstart in den USA zugeschlagen und eines der ersten iPads gekauft. Was ist dran am Hype um das iPad?

Licht und Schatten

Der Bildschirm ist das Herzstück des neuen Geräts. Er funktioniert nach dem Apple-Prinzip: Alle Befehle laufen über den Schirm. Touchscreen heißt die Zauberformel. Auf deutsch: ein berührungsempfindlicher Bildschirm. Der misst 9,7 Zoll in der Diagonalen. Das sind knapp 25 Zentimeter: Fast so groß wie der Bildschirm eines Netbooks. In der Presse hat der Bildschirm viel Lob geerntet. Im Test zeigt er Licht und Schatten.

Fingerabdrücke stören

Stark ist das iPad beim Blickwinkel. Selbst von der Seite betrachtet, wirkt das Bild angenehm kräftig. Helligkeit und Kontrast sind sehr gut. Die Farbdarstellung ist ebenfalls überdurchschnittlich. Rot und Blau könnten aber etwas kräftiger sein. Schwach ist die Reaktionszeit: Für schnelle Bildwechsel braucht das iPad recht lange. Bei Fotos oder Texten stört das nicht, bei schnellen Filmszenen oder Spielen schon. Gravierender noch: Das iPad ist berührungsempfindlich. Nicht nur in puncto Steuerung sondern auch optisch: Fingerabdrücke trüben das Bild. Außerdem spiegelt das Display. Drinnen kein großes Problem, draußen schon. Auf der sonnigen Parkbank lässt sich das iPad kaum nutzen. In der Öffentlichkeit machen Apple-Anhänger mit schmantigem Display keine gute Figur.

Viel Spaß beim Surfen

Bei Wohnzimmerlicht bringt das iPad dagegen viel Freude. Das liegt auch an der gelungenen Touchscreen-Steuerung. Die funktioniert so intuitiv wie bei iPhone und iPod Touch. Das ganze iPad ist Bildschirm. Ein Wisch mit dem Finger blättert in elektronischen Büchern die Seiten um. Ein magischer Moment! Die virtuelle Tastatur für die Texteingabe funktioniert überraschend gut. E-Mails gehen damit schnell von der Hand. Auch Surfen macht Spaß: Der Bildschirm ist groß genug.

Zehn Stunden Surfen

In Sachen Akkulaufzeit ist Apple seit Jahren eine Bank. Das gilt auch füs iPad: Zehn Stunden Surfen sind kein Problem. So lange hält wiederum kein Netbook. Weniger erfreulich: Der Akku ist beim iPad fest verbaut. Der Anwender kann ihn nicht wechseln. Auch das hat bei Apple Methode.

Vorhandene Apps funktionieren

Internetbrowser und E-Mail-Programm liefert Apple mit. Vorinstalliert sind außerdem ein Kalender und ein Multimedia-Spieler für Musik, Foto und Video. Zusätzliche Programme (Apps) gibt es über Apples Softwareportal "App Store". Voraussetzung: ein Computer mit Internetzugang oder eine Internetverbindung mit dem iPad. Alle iPad-Modelle bringen einen Adapter für lokale WLan-Funknetze mit. Die teureren 3G-Varianten haben außerdem ein UMTS-Modem. Damit surfen sie mobil. Vorhandene iPhone-Apps laufen auch auf dem iPad, nutzen aber nicht die volle Bildgröße des iPad aus. Neuere Apps sind schon auf das iPad optmiert.

Kopieren nur über iTunes

Das Softwareangebot ist reichhaltig, aber geschlossen: Es gibt Programme von vielen Anbietern - aber nur über den App Store. Apple entscheidet, welche Programme auf das iPad dürfen und welche nicht. Das Konzept der Geschlossenheit macht die Bedienung für Einsteiger übersichtlich, schränkt aber auch ein. Der Anwender bekommt beim iPad keinen direkten Zugriff auf den Speicher. Wer Daten auf sein iPad kopieren möchte, braucht das Apple Programm iTunes. Das liefert Apple noch nicht einmal mit: Download erforderlich.

Kein Anschluss für Drucker

Das iPad hat keinen USB-Anschluss. Direktes Drucken geht nicht. Nur über den Umweg Computer. Auch externe Festplatten können nicht direkt mit dem iPad kommunizieren. Insofern ist das iPad weniger flexibel als ein Netbook. Fazit: Die Revolution frisst ihre Kunden. Wer warten kann, wartet noch. Vielleicht bessert Apple schon in der nächsten iPad-Generation nach. Drucken und Speichern wäre ein Muss.

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