Apple Watch 2 Schnelltest

Apple Watch S2 42MM, Preis: 449 Euro.

Apple hat die zweite Generation seiner Smartwatch besonders für Sportler weiter­entwickelt. So können Läufer oder Schwimmer ihre Leistung nun auch ohne Smartphone-Anbindung aufzeichnen und die Uhr mit ins Wasser nehmen. Für die meisten Funk­tionen braucht sie aber weiterhin die Verbindung zum iPhone. Auch andere Probleme des Vorgängers bleiben.

Mit eigenem GPS-Empfänger

Die auffälligste Neuerung an der neuen Apple Watch: Sie besitzt jetzt einen eigenen GPS-Empfänger. Sportler sind so beim Laufen, Biken oder Schwimmen nicht mehr zwingend darauf angewiesen, auch ihr Smartphone dabei zu haben, wenn sie aufzeichnen wollen, wie weit sie gekommen sind. Schwimmer können die Uhr jetzt bedenkenlos mit ins Wasser nehmen. Für Taucher oder Wasser­sport­arten mit hohen Geschwindig­keiten wie Wasser­ski ist der Computer fürs Hand­gelenk aber nach wie vor nicht geeignet.

Das kann der Vorgänger: Die erste Apple Watch haben wir ebenfalls getestet. Was der Vorgänger der Apple Watch alles kann, zeigt unser ausführlicher Test.

Dickerer Akku hält länger

Auf den ersten Blick sieht die zweite Generation der Apple Watch ihrem Vorgänger sehr ähnlich. Wie schon bei der ersten Smartwatch von Apple haben Nutzer die Möglich­keit, verschiedene Kombinationen von Größen und Armbändern zu kombinieren. Wir haben uns für die 42mm-Variante mit Sport­armband entschieden. Sie kostet 449 Euro. Trotz optischer Ähnlich­keit zum Vormodell: Adler­augen entdecken das etwas dickere Gehäuse. Das ist dem größeren Akku geschuldet, den Apple in der zweiten Generation verbaut hat. Im Test schlug die Kapazitäts­steigerung bei Sport­aktivitäten merk­lich zu Buche. Der Akku hielt etwa 10 bis 15 Prozent länger durch. Im Praxis­test haben unsere Test­sportler mit der Apple Watch 2 beim Gehen an der frischen Luft eine Lauf­zeit von 6 Stunden und 18 Minuten gemessen und konnten anschließend noch auf 12 Prozent Akku­kapazität zurück­greifen.

Für Sportler: Für Nutzer, die haupt­sächlich auf Fitness­funk­tionen wert legen, können Fitness­armbänder eine Alternative zur Smart Watch sein. Die Stiftung Warentest hat 12 Armbänder untersucht.

Video: Apple Watch 2 – die Verbesserungen im Über­blick

Frisches Betriebs­system läuft flüssiger

Mit der neuen Version hat Apple auch ein Update des Betriebs­systems der Smartwatch präsentiert. Auf die neue Version können auch Besitzer einer Apple Watch der ersten Generation updaten. Das bringt ein paar Vorteile: Das neue „WatchOS3“ läuft etwas flüssiger als die alte Variante, was auch an einer neuen Prozessorgeneration liegt. Diese setzt Apple aber mitt­lerweile auch beim Vorgängermodell ein. Am Bedien­konzept hat Apple ebenfalls geschraubt. So öffnet die Taste unter der Bedienkrone nicht mehr auto­matische die Kontakte, sondern zeigt die derzeit verwendeten Apps an. Diese Multitasking-Funk­tion kennen iPhone-Nutzer, wenn sie doppelt auf den Home­button drücken. Hier können sie Apps schließen oder zwischen den verschiedenen, bereits geöff­neten Apps hin und her springen.

Smartwatches im Test: Wie sich die erste Apple Watch im Vergleich zur Konkurrenz geschlagen hat, zeigt unser Test von insgesamt 12 Smartwatches.

Andere Probleme bleiben

Andere Kritik­punkte hat Apple auch in der zweiten Generation der Uhr nicht ausgeräumt. Nach wie vor ist das Display die meiste Zeit ausgeschaltet. Das schont zwar den Akku, nervt aber beim schnellen Blick auf die Uhrzeit. Das Display schaltet sich an, wenn der Träger sein Hand­gelenk dreht. Bis die Uhrzeit erscheint dauert es eine kurze Zeit. Das Display an sich über­zeugt hingegen im Vergleich zum Vorfahren mit seiner Helligkeit. So lässt es sich bei Sonnenlicht besser ablesen. Vom einge­bauten GPS-Empfänger abge­sehen ist die Uhr für die meisten Funk­tionen aber nach wie vor von der Verbindung mit dem iPhone abhängig. Für die Puls­messung muss auch die Apple Watch 2 fest am Hand­gelenk sitzen, sonst liefert sie ungenaue Ergeb­nisse. Unterschiede zur ersten Generation konnten wir bei der Puls­messung nicht fest­stellen.

Fazit: Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung

Die Weiter­entwick­lungen in der zweiten Generationen der Apple Watch sind haupt­sächlich für Sportler sinn­voll. So können Schwimmer die Uhr jetzt mit ins Wasser nehmen. Insgesamt gehen die Neuerungen aber noch nicht weit genug. Besitzer einer Apple Watch der ersten Generation haben wenig Gründe, erneut zuzu­schlagen. Besonders, weil das frische Betriebs­system auch für sie bereit steht. Wer sich zum ersten Mal eine Apple Watch kaufen will, sollte über­legen ob ihm der etwas bessere Akku, die Wasser­dichtig­keit und der eigene GPS-Empfänger den Aufpreis im Vergleich zur ersten Apple Watch wert ist. Die behält Apple nämlich im Sortiment – für 100 Euro weniger als das aktuelle Modell.

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