Wegen eines erhöhten Risikos für Herzinfarkt und Schlaganfall ist das umstrittene Schlankheitsmittel Sibutramin seit Mitte Januar in Europa nicht mehr erhältlich. In der EU und der Schweiz war es als Reductil, Reduxade und Zelium im Handel (USA: Meridia, China: LiDa). Der Hersteller Abbott folgte einer Empfehlung der EU-Zulassungsbehörde für Arzneimittel und setzte die Marktzulassung des rezeptpflichtigen Mittels aus. Rund 10 000 übergewichtige Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Typ-2-Diabetes hatten in einer Studie entweder Sibutramin oder ein Scheinmedikament eingenommen. Nach Einnahme des Wirkstoffs erhöhte sich ihr Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Gleichzeitig konnten die Teilnehmer durch Einnahme von Sibutramin ihr Gewicht nur relativ wenig senken. Ärzten wird empfohlen, Sibutramin nicht mehr zu verordnen, Apotheken, es nicht mehr abzugeben. Wer es bisher genommen hat, kann es sofort absetzen, sollte aber mit dem Arzt die weitere Therapie besprechen.

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