Wer ins Ausland reist und dort erkrankt, muss mit Mehr­kosten rechnen. Denn in so einem Fall werden nicht alle Behand­lungs­kosten von der gesetzlichen Krankenkasse über­nommen. Mit einer neuen App können Reisende jetzt heraus­finden, welche Kosten ihre gesetzliche Kasse im jeweiligen Urlaubs­land über­nimmt und was sie nicht erstattet. Die Experten von Finanztest haben sich die App angesehen.

Versorgung unterscheidet sich von Land zu Land

Die kostenlose App der Europäischen Kommission gibt Auskunft, welche Kosten gesetzlich Versicherte erstattet bekommen, wenn sie im europäischen Ausland krank werden und solche Risiken nicht durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung ausgeschlossen haben. EU-Bürger müssen sich, wenn sie im EU-Ausland krank werden, mit ihrer Europäischen Kranken­versicherungs­karte ausweisen. Diese befindet sich direkt auf der Rück­seite der üblichen Kranken­versicherungs­karte. Dann können sie sich zu denselben Bedingungen behandeln lassen wie die Versicherten des Reise­landes. Das gilt für alle 28 EU-Mitglieds­staaten sowie für Island, Liechten­stein, Norwegen und die Schweiz. Die Versorgung unterscheidet sich von Land zu Land aber stark. Und hier setzt die App an: Sie liefert viele Informationen rund um die Europäische Kranken­versicherungs­karte. Reisende sind unterwegs gut informiert über die jeweiligen Rege­lungen der gesetzlichen Kranken­versicherung im Urlaubs­land. Die App gibt Auskunft für 31 Länder und ist für die Betriebs­systeme Apple iOS, Android und Wind­ows 7 mobile erhältlich.

Bequeme Bedienung – aber Kroatien fehlt

Das Menü ist bequem zu bedienen und über­sicht­lich. Mit einem Klick wählt der Nutzer ein Land aus und findet zum Beispiel die Ärzte, die für die gesetzliche Kranken­versicherung zugelassen sind, aber auch wichtige Informationen zur Kostener­stattung und die jeweiligen Notrufnummern. Ebenso gibt die App Auskunft, was zu tun ist, wenn man seine Kranken­versicherungs­karte im Ausland verloren hat. Allerdings ist der jüngste EU-Staat Kroatien noch nicht aufgeführt. Und manche Unter­punkte, wie zum Beispiel „Flugrettung“, sind nicht bei allen Ländern voll­ständig.

Das Finanztest-Fazit

Die App bietet gesetzlich Versicherten mit Smartphone oder Tablet eine gute mobile Hilfe. Daten­schutz­merkmale der App haben die Tester von Finanztest nicht geprüft. Weil der gesetzliche Schutz Lücken hat, empfehlen die Tester aber auch für Reisen in der EU eine private Auslandsreise-Krankenversicherung.

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