Preise

Apotheken Test

Sind Versand­apotheken immer billiger als Apotheken vor Ort? Gibt es Apotheken, die besonders preis­wert sind? Welche Versender verzichten auf Versand­kosten?

„Apotheken­preise“ sagt der Volks­mund, wenn er ein Produkt über­teuert findet. Dabei können auch Apotheken ihren Kunden seit sechs Jahren Kostengüns­tiges anbieten. Im Jahr 2004 hob der Gesetz­geber die Preisbindung für rezept­freie Medikamente auf. Jeder Apotheker kann seither seine Preise für diese Arznei­mittel selbst festle­gen. Doch lange orientierten sich Apotheken vor Ort weiterhin am Listen­preis, den unver­bindlichen Preis­empfehlungen der Pharmafirmen. Das zeigte sich zum Beispiel bei Testkäufen im Jahr 2008. Viele Versand­apotheken nahmen die Aufforderung zum Wett­bewerb dagegen ernst. Sie geben mögliche Preis­vorteile an die Kunden weiter – doch Vorsicht: Versand­kosten können die Ersparnis zunichte machen.

Allmählich kommt aber mehr Bewegung in den Markt. Beim Test fanden wir jetzt preisgüns­tige Medikamente auch in Vor-Ort-Apotheken. Wir ermittelten von September bis November 2009 die Preise für sieben rezept­freie Medikamente, zum Beispiel Schmerz­mittel, Husten- und Schnupfen­mittel (sieheTabelle: Sieben rezeptfreie Medikamente im Preisvergleich).

easy und farma-plus Preis­brecher

Apotheken Test

In die Preise kommt Bewegung – für eine Tube Bepanthen lagen sie nach unseren Preisrecherchen zwischen 6,23 Euro und 12,90Euro.

In die Preise kommt Bewegung – für eine Tube Bepanthen lagen sie nach unseren Preisrecherchen zwischen 6,23 Euro und 12,90Euro.

Apotheken von vier der neun im Test vertretenen Koope­rationen verkauften die Medikamente meist billiger als vom Hersteller empfohlen. In easy- und farma-plus-Apotheken lagen die Preise fast immer unter dem Listen­preis, in den DocMorris- und Guten-Tag-Apotheken bei 14 von 21 Einkäufen. Apotheken dieser „Marken“ führen in unserem Vergleich auch die Hitliste der preisgüns­tigsten Medikamente an (sieheTabelle: Sieben rezeptfreie Medikamente im Preisvergleich. Oft liefern sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem sich die Preise nur um wenige Cent unterscheiden. Einmal steht auch eine vivesco-Apotheke an der Spitze. Hier kostete der Hustenlöser ACC akut weniger als bei der Konkurrenz. Sonst gab es in vivesco-Apotheken nur bei 5 von 21 Einkäufen einen Preis­nach­lass.

Linda-Apotheken knaus­rig

Apotheken der anderen Koope­rationen zeigten sich eher knaus­rig. meine apotheke machte nur dreimal ein Spar­angebot, Gesund ist bunt und gesund leben je einmal, Linda kein einziges Mal – hier gab es alle Medikamente unserer Liste ausschließ­lich zum empfohlenen Herstel­lerpreis.

Versender nicht immer billiger

Die Versand­apotheken verkauften die Medikamente unserer Vergleichs­auswahl fast immer unter dem Listen­preis. Dabei unterbot der jeweils güns­tigste Versender immer die jeweils güns­tigste Vor-Ort-Apotheke.

Bei einigen waren die Arznei­mittel aber teurer als in Apotheken vor Ort. So boten etliche Apotheken vor Ort zum Beispiel eine Tube Bepanthen Wund- und Heils­albe für weniger als 9 Euro an, während der Versender Pharma24 zum Beispiel 11,27 Euro berechnete. 10,02 Euro verlangte Euroapo24, 9,99 Euro Parcelmed – ohne Berück­sichtigung der zusätzlichen Versand­kosten.

mycare und apotal versand­kostenfrei

Es gibt also erhebliche Preis­unterschiede bei Versand­apotheken. Ein Preis­vergleich ist un­verzicht­bar. Wer Medikamente zum Mini­preis kaufen will, kommt um Preisre­cherchen nicht herum. Spezielle In­ter­net­suchma­schi­nen helfen dabei (siehe Text: Tipps).

Versand­kosten zahlt der Patient nur bei rezept­pflichtigen Medikamenten nicht. Rezept­freie Mittel liefern nur mycare und apotal versand­kostenfrei. Andere Versender verzichten auf Versand­kosten ab einem Bestell­wert von 15 Euro (medi­herz und Vitalsana) bis 75 Euro (Deutsche Internet Apotheke, juvalis). Die mit 4,95 Euro höchsten Versand­kosten verlangen DocMorris und zur Rose, die nied­rigsten mit 2,90 Euro Versandapo und medpex.

Tipp: Achten Sie immer auf die Versand­kosten. Preis­vorteile können durch sie wieder zunichte werden, vor allem bei der Bestellung eines einzelnen Medikaments oder kleiner Packungen. Dagegen kann sich der Medikamentenkauf beim Versender vor allem für chro­nisch Kranke auszahlen, die regel­mäßig viele Medikamente brauchen. Für sie entfallen die Versand­kosten, entweder weil sie ein Rezept einreichen oder größere Mengen bestellen können.

juvalis änderte die Preise häufig

Wir prüften auch, wie konstant die Preise der Versand­apotheken waren. Dazu beob­achteten wir die Preis­entwick­lung für unsere Medikamenten­liste über einen Zeitraum von drei Monaten an drei Stich­tagen. Fast die Hälfte der Versender veränderte die Preise gar nicht oder nur gering­fügig, von den preisgüns­tigsten unserer tabellarischen Über­sicht war das beispiels­weise nur die EU-Versand­apotheke. Gelegentliche Preis­änderungen gab es bei mycare, Deutsche Internet Apotheke, bei Quick-Pharma, europa-apotheek und Vitalsana.

Euroapo24 bot nur vier der sieben Medikamente kontinuierlich zum gleichen Preis an, DocMorris, bodyguard­apotheke und zur Rose drei. Besonders häufig änderten sich bei juvalis die Preise. Dieser Versender erreichte zwar beim Preis-Check dreimal die Discount­spitze – aber nicht an allen drei über­prüften Terminen.

Tipp: Verlassen Sie sich nicht allein auf die Preise der Versand­apotheken. Vergleichen Sie auch die Preise vor Ort. Nutzen Sie das neue Preisbewusst­sein der Vor-Ort-Apotheken und Apotheken­koope­rationen. Etliche Apotheken weisen im Schau­fenster, auf Werbezetteln und Plakat­aufstel­lern auf monatlich wechselnde Sonder­angebote hin. Einige geben auch mehr­mals im Jahr einen Katalog heraus. Teil­weise bieten sie sogar unter ihrem Markenlogo eigene Medikamente an, wie beispiels­weise die Gesund-ist-bunt-Apotheken.

Wohl­fühl- oder Discount­atmosphäre

Während die meisten Koope­rationen das traditionelle Apothekenimage um Gesund­heits- und Wohl­fühl­aspekte erweitern, setzen easy­Apotheken schon bei der Gestaltung des Verkaufs­raums auf ein klares Discount­prinzip. Das Geschäft gleicht eher einer Drogerie oder einem Supermarkt als einer Apotheke. Hinter dem Eingang stehen Einkaufs­körbe und durch den Laden ziehen sich Gänge mit Regalen, in denen zum Beispiel Kosmetika angeboten werden. Am Beratungs­tresen werden Medikamente ausgehändigt, bezahlt wird an einer separaten Kasse. Auch farma-plus-Apotheken rücken mit dem Slogan „... konsequent günstig“ die Preis­offensive mit Discount­preisen deutlich ins Blick­feld.

Wirk­stoff­gleiche Generika kaufen

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Beim Test fanden wir preisgüns­tige Medikamente bei Versand­apotheken, aber auch bei Apotheken vor Ort. Es lohnt sich, Preise zu vergleichen und bei Versendern immer auf die Versand­kosten zu achten.

Eine Menge Geld lässt sich auch mit Nach­ahmerpräparaten, sogenannten Generika, sparen. Sie enthalten die gleichen Arznei­stoffe wie das teure Originalmedikament. Nach Ablauf der Patent­frist kann jeder Hersteller einen bisher geschützten Arznei­stoff lizenz­frei zu einem eigenen Produkt verarbeiten. Für die Zulassung gelten erleichterte Bestimmungen. Zum Beispiel muss der Hersteller keine eigene Forschung betreiben, er kann sich auf die Daten des Erstanbieters beziehen. Deshalb sind Generika wesentlich preis­werter.

Tipp: Sparen Sie Geld beim Medikamentenkauf, indem Sie generell statt teurer Originalpräparate wirk­stoff­gleiche Generika kaufen. Aktuelle Listen preisgüns­tiger Arznei­mittel finden Sie bei uns im Internet unter www.medikamente-im-test.de.

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