3. Beratung zu Gesundheitsprodukten und nach Blutdruckmessen: Lückenhaft und nicht systematisch

Ein 10-jähriger Schüler hat Konzentrationsschwierigkeiten. Könnte ein Nahrungsergänzungsmittel helfen?

Das richtige Vorgehen: Das Apothekenpersonal sollte deutlich machen, dass die Ursachen für die Konzentrationsstörungen geklärt werden müssen (zum Kinderarzt gehen). Wenn Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, wie Multivitaminpräparate oder Omega-3-Fettsäuren, müssen sie korrekt beschrieben werden: Sie sind keine Arzneimittel. Dosierung und Einnahmehinweise beachten. Sie können und sollen eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Das Apothekenpersonal sollte nicht zum Kauf eines Nahrungsergänzungsmittels drängen.

Ergebnis Nahrungsergänzung: Beratungen waren oft schlecht. Nur in 6 der 20 Apotheken wurde nahezu optimal beraten. Verkaufsorientierte Argumentation: Zum Teil wurde behauptet, dass eine normale Ernährung die Versorgung kaum sicherstellen könne.

Kauf eines Sonnenschutzmittels für einen Urlaub in der Karibik. Testerin ungebräunt, Hauttyp II.

Das richtige Vorgehen: Zu empfehlen wären wasserfeste Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktoren von 25 bis 50. Hauttyp, individuelle Voraussetzungen sollten geklärt, Lichtschutzfaktoren erklärt (siehe auch Test Sonnenschutzmittel) werden, Produkt- und Anwendungsinfos (wie Nachcremen nach Baden, maximale Verweildauer nicht nutzen) gegeben werden sowie weitere, allgemeine Hinweise zum Sonnenbaden.

Ergebnis Sonnenschutz: Zum Teil völlige Unkenntnis zum Lichtschutzfaktor. Falsche Zeitangaben zur Verweildauer in der Sonne. Nur sechs nahezu optimale Beratungen.

Blutdruckmessen bei zwei älteren Männern mit Bluthochdruck.

Das richtige Vorgehen: Sachgerechtes Messen (Ruhezeit, adäquates Gerät, Zweitmessung bei erhöhten Werten). Erläutern der Messwerte (ohne Diagnose), ggf. Empfehlung zum Arztbesuch, Hinweis auf Tagesschwankungen des Blutdrucks und Möglichkeit des Selbstmessens. Hinweis, dass die von den Testern zuvor nachgefragten Salmiakpastillen/Lakritze bei hohem Verzehr den Blutdruck steigern könnten und dass Bluthochdruck zu Kopfschmerzen führen kann (wegen zuvor gekaufter Kopfschmerztabletten).

Ergebnis Blutdruckmessen:

  • Nur vor 16 von 40 Messungen wurde eine Ruhezeit eingehalten. Trotz vieler erhöhter Messwerte gab es nur vier Zweitmessungen.
  • Erhöhte Werte zum Teil falsch interpretiert oder verharmlost: „Der Blutdruck ist ein bisschen hoch. Den müssen Sie kontrollieren lassen. Wenn öfter so hoch, sollten Sie mal zum Arzt gehen“ – das ist lapidar bei Werten von 187 / 107 mmHg. Ab einem durch eine Kontrollmessung bestätigtem Blutdruck von 140 /90 mmHg sollte ein Arztbesuch empfohlen werden.
  • In allen Apotheken mittlere bis schwere Mängel. Ein Arztbesuch wurde zu selten empfohlen.

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