5 Fragen rund um den Apfelsaft

Apfelsaft Test

1) Ist Apfelsaft ein guter Durstlöscher?

Apfelsaft pur kommt zu 100 Prozent aus der Frucht und ist in der Regel gut bekömmlich. Als Durstlöscher aber ist er ungeeignet. Durch seinen hohen fruchteigenen Zuckergehalt – etwa 100 Gramm pro Liter – liefert er reichlich Energie, bis zu 550 Kilokalorien. Eine selbst ge­mix­te Apfelschorle – je zur Hälfte Mineralwasser und Apfelsaft – ist günstiger. Als Erfrischungsgetränk für Kinder, die viel trinken, bei großer Hitze und bei schweißtreibendem Sport sollte der Ap­fel­saftanteil noch weiter reduziert werden. Fertige Apfelschorle aus dem Handel ist nicht immer zu empfehlen. Unser Test im Mai 2001 zeigte: In vielen Fertigschorlen stecken fremde Aromastoffe und sogar Konservierungsmittel.

2) Wie gesund ist Apfelsaft?

Apfelsaft ist zwar kein Vitaminprotz, aber er enthält viele wichtige Mineralstoffe. Vor allem Kalium, das als Gegenspieler des Natriums wichtig für den Wasserhaushalt des Körpers ist. Ein vollwertiger Ersatz für einen Apfel ist der Saft aber nicht. Zum Beispiel stecken in der frischen Frucht auch wichtige Ballaststoffe. Insbesondere das für den Cholesterinspiegel günstige Pektin, das vor allem direkt unter der Schale sitzt. Im gepressten Saft ist Pektin kaum noch vorhanden. Auch in den naturtrüben Säften stecken nur noch Spuren, die phy­siologisch keine Bedeutung haben. Das Pektin verbleibt im Trester, der auch deshalb oft noch weiterverarbeitet wird.

3) Ist naturtrüber Apfelsaft besser als klarer?

Naturtrübe Säfte wirken oft wie frisch gepresst. Auch findet man hier die meisten Direktsäfte. Doch ganz so naturbelassen, wie sie aussehen, sind sie nicht: Zwar entfällt der Vorgang der Schönung, doch ganz ohne weitere Verarbeitung würden diese Säfte nicht lange appetitlich aussehen. Ohne technologische Hilfe, wie zum Beispiel den Einsatz von Enzymen, würde sich das Fruchtfleisch bald am Boden absetzen. Das im Apfelsaft verbleibende Pektin (siehe Frage 2) reicht jedenfalls nicht aus, um die Trubteilchen dauerhaft in der Schwebe zu halten. Dennoch ist ein naturtrüber Saft oft naturbelassener als ein klarer, der meist aus Konzentrat rückverdünnt wird. Dafür sind Säfte aus Konzentrat mit den später wieder zugesetzten apfeleigenen Aromen vergleichsweise geschmacksstabiler als Direktsäfte. Die Haltbarkeit der Säfte ist jedoch letztlich abhängig von der Verpackung: Im Karton hält sich der Saft längst nicht so lange wie in einer Glasflasche.

4) Wie viel Saft steckt im Apfel-Fruchtsaftgetränk?

Apfelsaft Test

Ein Fruchtsaftgetränk Apfel muss mindestens 30 Prozent Apfelsaft enthalten. Im Apfelnektar müssen es mindestens 50 Prozent sein. Beide enthalten, anders als purer Apfelsaft, reichlich zugesetz­ten Zucker und sind damit keinesfalls kalorienärmer. Gesünder ist auf jeden Fall die Mixtur Apfelsaft plus Wasser.

5) Was kennzeichnet Bio-Apfelsaft?

Hersteller von Bio-Apfelsaft dürfen ihr Obst nur von Plantagen beziehen, wo auf herkömmliche Pestizide verzichtet wird. Erlaubt sind alternative Spritz- und Düngemittel. Bei der Herstellung der Biosäfte werden technologische Hilfsmittel auf ein Mindestmaß reduziert. Sechs der sieben Biosäfte im Test waren „gut“ – und auch nicht immer teurer als die konventionellen Säfte. Jacoby, Kaiser's Tengelmann / Naturkind und beckers bester Bio sind die günstigsten. Zwei Bio-Hersteller (Rabenhorst, BioBorn) weisen auf die Verarbeitung von Streuobst hin. Streuobstwiesen sind ökologisch wichtige Reservate für viele Tier- und Pflanzenarten, auch für solche, die vom Aussterben bedroht sind.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1743 Nutzer finden das hilfreich.