Anwälte werden teurer. Mit dem vom Bundestag verabschiedeten neue Kostenrecht steigen Anwaltsgebühren im Durchschnitt um etwa 14 Prozent, so das Bundesjustizministerium. Das neue Kostenrecht soll außergerichtli­che Streitbeilegungen, die schon heute rund 70 Prozent der anwaltlichen Tätigkeit ausmachen, stärker honorieren. Außerdem entfällt der zehnprozentige Gebührenabschlag für die neuen Bundesländer. Die neue Kostenordnung wirkt sich unterschiedlich aus. „Eine Erstberatung wird inklusive Auslagen maximal 244 Euro kosten gegenüber bisher 232 Euro“, erklärt Michael Prox, Vizepräsident der schleswig-holsteinischen Rechtsanwaltskammer. Wer wegen Alkohols am Steuer vor Gericht steht, zahlt im Schnitt 720 Euro statt bisher 572 Euro. Scheidungen hingegen sind billiger zu haben.

Stimmt der Bundesrat zu, soll das neue Kostenrecht ab Juli gelten. Es ist die erste Erhöhung seit zehn Jahren. Sie kann auch Prämienanhebungen in der Rechtsschutzversicherung nach sich ziehen.

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