Anwaltshonorar Meldung

Auf dem orientalischen Markt reift das Feilschen zur Meisterschaft. In Deutschland müssen sich Anwälte und ihre Mandanten nun darin üben.

Auf dem Markt ist feilschen üblich. Aber in der Anwaltskanzlei? Dort müssen sich Mandant und Rechtsanwalt jetzt daran gewöhnen. Ab Juli sollen sie sich über die Kosten der außergerichtlichen Beratung einigen. Die Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz gelten dafür dann nicht mehr. Das Honorar soll lediglich „angemessen“ sein.

Wenn keine Abmachung über die Gebührenhöhe getroffen wird und der Mandant eine Privatperson ist, gelten allerdings feste Sätze. Dann darf die Erstberatung höchstens 190 Euro und eine weitere außergerichtliche mündliche oder schriftliche Beratung höchstens 250 Euro kosten. Für kleine Fälle wäre das aber ein hoher Preis.

Was die Neuregelung bringt, ist umstritten. Anwaltsvertreter beteuern, dass sie nun weniger verdienen werden. Rechtsschutzversicherer dagegen glauben, dass Anwaltsrat teurer wird.

Tipp: Sie haben es in der Hand. Erteilen Sie ein Mandat erst, wenn die Kostenfrage klar ist, auch wenn dafür erst einmal über den Fall gesprochen werden muss. Haben Sie keine Vorstellung von der Höhe des Honorars, soll der Anwalt seine Forderung nennen und erläutern, warum sie angemessen ist. Dann können Sie immer noch feilschen oder dem Anwalt vorschlagen, dass er seine Gebühr nach den alten gesetzlichen Regeln berechnet.

Dieser Artikel ist hilfreich. 103 Nutzer finden das hilfreich.