Rechtsrat am Telefon ist zulässig. Anwälte dürfen sogar abweichend von der Gebührenordnung über 0190-Nummern abrechnen und ein Serviceunternehmen zwischenschalten, das Anrufer zu ihnen weiterleitet (Bundesgerichtshof, Az. I ZR 44/00 und I ZR 102/00).

Finanztest rät aber zur Vorsicht. Nur leichte Fälle, für die der Anwalt keine Unterlagen einsehen muss, eignen sich fürs Telefon. Was ein leichter Fall ist, können Laien aber meist nicht beurteilen. Falschberatung ist programmiert, wenn Anwälte bei Unklarheiten nicht auf den Fall verzichten und zum Kanzleibesuch raten.

Zwar haften Anwälte für Fehler und sind versichert. Die Beweislage ist aber dürftig, wenn nicht ein Zeuge am Telefonlautsprecher mithört.

Der Telefonrat kann teurer werden als eine Kanzleiberatung, die herkömmlich abgerechnet wird. So verlangt etwa das Unternehmen dasrecht24 pauschal 116 Euro – am Wochenende sogar über 200 Euro. Bei einem leichten Fall mit geringem Streitwert wie der Minderung eines Reisepreises zahlt der Kunde am Telefon drauf.

Weiterer Pferdefuß: Anwälte müssen die Erstberatungskosten verrechnen, wenn sie den Fall vor Gericht weiter bearbeiten. Beim Telefonanwalt ist das Geld für den Erstrat meist verloren, da dieser nur selten auch für den Mandanten vor Gericht geht.

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