Wer Eltern­zeit beantragen möchte, kann das nicht per E-Mail oder Fax an seinen Arbeit­geber tun. So entschied das Bundes­arbeits­gericht (BAG) über die Klage einer Rechts­anwalts­fach­angestellten gegen ihren ehemaligen Chef. Dieser hatte ihr gekündigt. Die Klägerin meinte, er durfte das Arbeits­verhältnis nicht beenden. Sie habe ihm nach der Geburt ihres Kindes per Fax mitgeteilt, dass sie Eltern­zeit für zwei Jahre in Anspruch nehme. Weil der Arbeit­geber nach Bundes­eltern­zeitgesetz das Arbeits­verhältnis ab dem Zeit­punkt, von dem an Eltern­zeit verlangt worden ist, nicht kündigen darf, sei seine Kündigung unwirk­sam. Das BAG winkte ab: Das Eltern­zeit­verlangen erfordert eine strenge Schriftform. Es muss vom Arbeitnehmer eigenhändig unter­schrieben oder mittels notariell beglaubigten Hand­zeichen unterzeichnet werden. Fax oder E-Mail reichten nicht. Ist die Schriftform nicht einge­halten, gelte der Kündigungs­schutz nicht (Az. 9 AZR 145/15).

Tipp: Wie Eltern, die in Teil­zeit arbeiten, mehr Eltern­geld bekommen können, und was beim Antrag auf Eltern­zeit sonst noch zu beachten ist, steht in unserem Elterngeld-Special.

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