Antigen-Schnell­tests Erkennen die Tests Omikron?

Antigen-Schnell­tests - Erkennen die Tests Omikron?
Antigen-Schnell­test für zu Hause. Die Qualität variiert stark. © Adobe Stock

Derzeit bestehen Zweifel, ob Antigen-Schnell­tests Omikron-Infektionen erkennen. Laut Paul-Ehrlich-Institut schaffen das 80 Prozent. Die Behörde plant eine Positiv-Liste.

Tests sollen Omikron-Infektionen erkennen

Können Corona-Schnell­tests auch Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus erkennen? Nach einer ersten Einschät­zung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) schaffen das die allermeisten Tests, die in Deutsch­land angeboten werden. Allerdings seien für abschließende Aussagen noch weitere Unter­suchungen notwendig.

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Behörde beauftragt, die offiziell gelisteten Schnell­tests auf ihre Empfindlich­keit gegen­über der Omikron-Variante genau zu über­prüfen und eine Positiv­liste zu erstellen.

Daten aus den USA schüren Zweifel

Hintergrund ist eine Mitteilung der Arzneimittelbehörde FDA von Ende Dezember 2021, wonach einige Antigen-Schnell­tests auf dem US-amerikanischen Markt nicht empfindlich genug seien und Infektionen mit der Omikron-Variante nicht anzeigten. Eine Preprint-Studie aus den USA bestätigt das, allerdings war die Zahl der Teilnehmenden sehr klein.

Nur 80 Prozent der Tests empfindlich genug

Ein Experten­team des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) untersucht seit Monaten kontinuierlich Antigen-Schnell­tests. Geprüft werden sie auf ihre Sensitivität – also die Fähig­keit, eine akute Infektion mit dem Coronavirus in wenigen Minuten nach­zuweisen. Die Bewertungen für Antigen-Schnelltests finden sich auf der Home­page des PEI.

Mit Stand vom 12. Januar 2022 erfüllten danach 199 von 245 Tests die Anforderungen an die Sensitivität, 46 fielen durch – das sind rund 19 Prozent. Laut PEI sollen Tests eine Mindest­sensitivität von 75 Prozent aufweisen.

Impfung, Masken, Luft­reiniger - mehr Infos finden

Die Stiftung Warentest informiert umfassend zur Corona-Pandemie: darunter in unserem Special Corona – Gesundheit, Schutzmaßnahmen, unserem FAQ zu Impfungen gegen Corona sowie unserem Report zu Hand-Desinfektionsmitteln. Lesen Sie auch unsere Tests FFP2-Masken für Erwachsene, FFP2-Masken für Kinder, Luftreiniger und CO2-Messgeräte und CO2-Ampeln.

Hohe Viruslast für Nach­weis erforderlich

Die meisten der Tests können Omikron-Infektionen anzeigen, da sie das Virus über sein Nukleo-Protein, das N-Protein, nach­weisen. Dieses ist laut PEI von den bisherigen Mutationen weniger betroffen als das Spike-Protein, auch S-Protein genannt. Das Robert-Koch-Institut schließt allerdings wegen der Änderungen im N-Protein eine Beein­trächtigung der Antigen-Test-Sensitivität nicht voll­ständig aus.

Generell könnten Schnell­tests eine Infektion nur dann bestätigen, wenn jemand zum Test­zeit­punkt eine hohe Viruslast aufweise, so das PEI.

Einige US-Forscher haben etwa der Nach­richten­agentur Reuters berichtet, dass Rachen­abstriche Infektionen früher anzeigen könnten als Nasen­abstriche. Der Grund: Das Omikron-Virus verbreite sich anfangs vor allem in den oberen Atemwegen.

Tipp: „Personen mit hohem Risiko (Symptome, Kontakt­personen), deren Antigentest einmal negativ war, sollten wieder­holt getestet werden,“ rät Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizi­nische Virologie am Universitäts­klinikum Frank­furt am Main auf Twitter.

Bewertungen für konkrete Schnell­tests finden

Interes­sierte können in zwei Tabellen des PEI nach der Bewertung für konkrete Schnell­tests auf dem deutschen Markt suchen. Die Über­sicht unterscheidet allerdings nicht zwischen Schnell­tests für den Profibereich wie Testzentren und Selbst­tests für Laien.

Wer nach einem Test für zu Hause sucht, kommt beim Bundes­institut für Arznei­mittel und Medizin­produkte (BfArM) über eine Liste mit Antigen-Selbsttests weiter. Diese lässt sich nach den vom PEI geprüften Schnell­tests filtern: Dazu auf „Liste der Selbst­tests“ klicken, dann über der Liste auf „Aktionen“ klicken, dann auf „Filter“. Im Filter-Fenster unter „Typ“ „Spalte“ auswählen und im dann erscheinenden Fenster unter „Spalte“ „Evaluierung Pei“. Dann unter „Operator“ „ist gleich“ und unter „Wert“ „Ja“ auswählen.

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7 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Gwurzel am 17.01.2022 um 16:41 Uhr
Aussagen des PEI fragwürdig

Die Äußerungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zu Antigentests sind teilweise fragwürdig. So verstieg sich der Präsident, Klaus Cichutek, am 10.01.2022 im ZDF-Interview zu der Behauptung, die bei der Evaluation durchgefallenen Antigen-Tests seien "nicht unzuverlässig". Eine hauseigene Publikation (Scheiblauer et al. 04.11.2021) zeigt das Gegenteil: Da haben 13 Tests selbst bei hoher Viruslast Trefferquoten von unter 30%, zwei davon sogar 0%. Unzuverlässiger geht's kaum.
Von den aktuell präsentierten Test-Evaluationen des PEI ("Stand vom 12.01.2022") beruhen mindestens 122 auf dem frühen Wildtyp-Virus (Puyskens et al. 04.11.2021, Probennahme bis 01/2021). Die Aussagen zur Eignung für Omikron sind nur theoretische Annahmen. Womöglich auch eine politisch gewollte Beruhigungspille? Die ersten empirischen Daten deuten jedenfalls auf Probleme bei der Sensitivität hin (siehe außer den von test.de genannten US-Studien auch Isabella Eckerle DOI 10.1101/2021.12.18.21268018v1).

Profilbild Stiftung_Warentest am 06.12.2021 um 09:17 Uhr
Funktionen bei den Kommentaren

@owl_jan: Ich habe die von Ihnen gelöschten Kommentare so gelöscht, dass sie gar nicht mehr angezeigt werden. Den Hinweis, dass ein Kommentar vom Autor (oder vom Moderator) gelöscht wurde, belassen wir aus Transparenzgründen. Wir möchten, dass unsere Leser und Leserinnen sehnen, in welcher Form die Stiftung Warentest in das Kommentargeschehen eingreift.

owl_jan am 05.12.2021 um 23:23 Uhr
Meta: Anmerkung zur Kommentarfunktion

Liebe test.de Redaktion, wieso habt ihr denn 2021 noch Kommentare ohne Bearbeitungsfunktion, unerwartete Umformatierung von Kommentaren ohne Vorschau und automatische Abänderung von Links? Und dann werden gelöschte Kommentare (von denen es ohne Korrektur und bei unerwarteten automatischen Änderungen zwangsläufig mehr gibt) auf die niemand Bezug genommen hat auch noch als "Kommentar vom Autor gelöscht." angezeigt? Wo ist da der Mehrwert? Das ist so nicht mehr zeitgemäß, bitte bessert das nach.

owl_jan am 05.12.2021 um 23:18 Uhr
Hilfestellung zum Lesen der Tabelle

Stimme zu, dass die Tabelle zu unübersichtlich ist, hier noch etwas mehr Hilfestellung.
1. Um einen bestimmten Test zu finden: Der Standard des Suchfeldes oben links ist "Alle Textspalten" und das passt. Hier einfach ein paar Dinge von der Packung des Tests ausprobieren, große Schrift mit Logo davor führt meistens zum Ziel. Bei mehren Treffern genau vergleichen.
2. Vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) geprüfte Tests lassen sich auch mit weniger Klicks als im Artikel beschrieben filtern. Wichtig: "ja" bedeutet "positiv geprüft"! Ein "ja" hier reicht also als Info für die meisten Zwecke.
a) Auf die Lupe oben links über der Tabelle klicken
b) "Evaluierung PEI" in der Liste auswählen die erscheint
c) Im Suchfeld "ja" eingeben
3. "Vertrauensintervall" ist ein statistischer Begriff, auch Konfidenzintervall genannt. Das muss nicht verstanden werden um von der Tabelle zu profitieren, das "ja"/"nein" in der PEI Spalte reicht. Mehr Infos zB bei wikipedia.

halsbandschnaepper am 04.12.2021 um 16:39 Uhr
Und wie liest man die Tabelle nun?

Was heißt Vertrauensintervall? Sorry ein einfaches bestanden ja/nein hätte es nicht sein können. Wie soll man die Tabelle nun interpretieren?