Interview: Kein Jungbrunnen

Antifaltencremes für die Nacht Test

Dr. Gisela Albrecht, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Berlin Spandau, Vivantes.

Von den ausgelobten Wirk­stoffen einer Creme darf man nicht zu viel erwarten.

Ist die Haut während des Schlafs aufnahmefähiger für die Inhaltsstoffe einer Creme?

Das halte ich für ein Märchen. Tagsüber nimmt sie die Bestandteile einer Creme genauso auf, dazu braucht sie keine Ruhepause, keinen Schlaf.

Was ist denn das Spezielle an einer Nachtcreme?

Sie ist meist reichhaltiger als eine Tagescreme. Wenn sie durch den erhöhten Fettgehalt etwas glänzt, stört das während der Nacht niemanden. Und sinnvollerweise wird bei einer Nachtcreme natürlich auf den Einsatz von Sonnenschutzfiltern verzichtet, die man heutzutage fast in jeder gängigen Tagescreme findet.

Ab wann braucht man eine Nachtcreme? Braucht man sie überhaupt?

Bei normaler, speziell bei jüngerer Haut ist sie eigentlich überflüssig. Doch mit den Jahren altert die Haut und wird dadurch trockener, empfindlicher und auch anfälliger für Fältchen. Das wird noch gefördert durch ausgiebige Sonnenbäder, das Rauchen, aber auch eine übertriebene Reinigung. Wenn die Haut also spannt und sich trocken anfühlt, dann kann eine reichhaltige Nachtcreme Abhilfe schaffen.

Wie entscheidend für die Qual­ität einer Creme sind die besonders beworbenen Wirkstoffe?

Insgesamt hängt die Qualität einer Creme von ihrer ausgeklügelten Zusam­mensetzung ab. Für viele eingear­beitete Wirkstoffe sind zwar gewisse Effekte nachgewiesen worden, zum Beispiel eine leichte Milderung oberflächlicher Fältchen oder die Reparatur von Lichtschäden. Den erhofften Jungbrunnen können sie aber nicht bieten.

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