Seit 2004 müssen Autos mit Anti­blockier­systemen (ABS) ausgestattet sein, ab 2016 auch alle schweren Motorräder. In einer Verordnung vom November schreibt das Europa­parlament künftig ein ABS für Motorräder mit mehr als 125 Kubikzenti­meter Hubraum vor. Die Maßnahme soll helfen, die Zahl der Verkehrs­toten zu verringern. Allein auf Deutsch­lands Straßen starben 2011 mehr als 700 Motor­radfahrer. Jedes sechste Unfall­opfer würde noch leben, schätzt der ADAC, wenn das Motorrad mit einem Anti­blockier­system ausgestattet gewesen wäre. Viele Biker stehen dem ABS kritisch gegen­über. Das Wegrutschen des Vorderrads beim Bremsen in Schräglage, eine Haupt­ursache für Motorrad­unfälle, wird durch das ABS nicht verhindert. Anbieter von Motorrad-ABS beschwichtigen. Die Anti­blockier­systeme verschlechtern in solchen Situationen das Brems­verhalten des Motorrads nicht. ABS für Motorräder gibt es seit rund 25 Jahren. Bei den meisten neuen Motorrädern gehört ABS schon zur Serien­ausstattung. Als Sonder­zubehör kostet es bis zu 1 000 Euro Aufpreis.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3 Nutzer finden das hilfreich.