Antibiotika-resistente Keime im Fleisch

Tipps zur Küchenhygiene

Inhalt

Sauber schneiden. Gemüse und rohes Fleisch oder Fisch sollten nie mit demselben Messer oder auf demselben Brettchen geschnitten werden. Wer einen Salat mit einem Messer schneidet, mit dem er vorher eine Hähnchenbrust zerteilt hat, kann Salmonellen in den Salat befördern. Denn Fleisch und Fisch sind oft mit Bakterien belastet, die erst beim Kochen oder Braten absterben. Egal ob Holz- oder Plastikbrettchen, Sie sollten es nach dem Benutzen unter heißem Wasser abschrubben und an der Luft trocknen lassen.

Vorsichtig auftauen. Bakterien sterben beim Tieffrieren nicht ab. Beim Auftauen tiefgefrorener Lebensmittel tummeln sie sich besonders im Tauwasser. Daher sollten die Lebensmittel auf einem Sieb auftauen und nie in der Flüssigkeit liegen bleiben.

Richtig lagern. Im Kühlschrank sollten Lebensmittel in geschlossenen Behältern oder gut abgedeckt lagern. Unten, in die kälteste Zone, gehört schnell Verderbliches wie rohe Wurst, Fisch und Fleisch. Milch und Jogurt kommen ins mittlere Fach, oben ist Käse und Geräuchertes gut aufgehoben, in der Tür Eier, Butter, Getränke.

Gründlich waschen. Oft vergessen, aber wichtig: Vor dem Hantieren in der Küche die Hände waschen und mit einem sauberen Tuch abtrocknen.

Lappen wechseln. Lappen und Küchenschwämme sind die größten Bakterienschleudern, daher sollten sie häufig ausgewechselt werden. Praktisch und gut für die Umwelt sind bei 60 Grad waschbare Tücher.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 05.09.2012 um 12:08 Uhr
Antibiotika

@s.ufermann: Richtig, krankmachende Keime können an den unterschiedlichsten Stellen vorkommen. Die Frage, die uns hier beschäftigt, ist jedoch, ob wir es zulassen wollen, dass wirksame Therapien u.U. versagen können, weil sich unter den krankmachenden Bakterien Antibiotika-Resistenzen weiter ausbreiten. WENN die Küchenhygiene beachtet wird, und WENN das Fleisch durcherhitzt wird, besteht auch bei resistenten Keimen keine direkte Gefahr für die Verbraucher. Wenn jedoch nicht, dann gibt niemand eine Garantie (s. Interview). Die vorgeschriebenen Wartezeiten nach einem Antibiotika-Einsatz sind so, dass sich die Antibiotika im lebenden Tier abbauen (im toten Tier baut sich nichts mehr ab). Daher findet man in Fleisch nur relativ selten Rückstände von Antibiotika. Deutlich häufiger findet man sozusagen die Spur, die Antibiotika hinter sich herziehen können: nämlich die antibiotika-resistenten Keime, die gerade einem (unsachgemäßen!) Antibiotika-Einsatz ihren Überlebensvorteil verdanken.

s.ufermann am 03.09.2012 um 22:34 Uhr
objektiv Aussagen

Gefühlte Verletzungen des Tierschutzes hat Stiftung Warentest a.a.O. thematisiert. Es gibt wirksame Gesetze, deren Durchsetzung u.a. die Wähler ihren Parlamentsabgeordneten stellen müssen.
Zum Thema:
1. Entscheidend ist die Aussage von Stiftung Warentest, dass antibiotika-restistente Keime in sehr seltenen Fällen auf Hähnchenfleisch sein können, dto. auf Hähnchen mit Haut auch selten.
2. Grundsätzlich gilt, dass mit infektiösen Keimen auf unveredelten Lebensmitteln - auch pflanzlichen - zu rechnen ist, auch in Bio-Betrieben, die biologisch düngen. Da stinkts nach Sch..., weil auch Fäkalbakterien pupsen.
3. Die potentiell gesundheitsschädlichen Keime, auch antibiotisch resistente, werden durch Erhitzung abgetötet. Ein wichtiger Tipp fauch für siehe 2., die ihre Mund- und Darmflora verstehen wollen.
Bleibt die Frage, ob und wie Antibiotika in lebenden/toten Tierkörpern abgebaut werden. Reichen die gesetzlichen Wartezeiten? - Werden die Wirkstoffe durch Erhitzung unwirksam?

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.01.2012 um 17:06 Uhr
Unser Test Hähnchenbrustfilets

@dsimer: Hier scheint ein Missverständnis vorzuliegen. Die von uns getesteten abgepackten Hähnchenbrustfilets (test 10/2010) wurden ohne Haut verkauft. Folglich konnten wir die nicht vorhandene Haut auch nicht gesondert auf Keime untersuchen. Sicher hätten wir uns für den Test auch Teilstücke mit Haut oder ganze Hähnchen aussuchen können. Diese werden jedoch weitaus weniger gekauft. Dann hätte der Vorwurf lauten können, wir würden am Markt vorbei testen. Die mikrobiologische Qualität der Hähnchenbrustfilets haben wir natürlich trotzdem getestet - wie Sie in Ausgabe 10/2010 oder online (Suche nach "Hähnchen") nachlesen können.

dsimer am 11.01.2012 um 02:42 Uhr
Was ist das test-Qualitätsurteil noch wert?

Ich finde test ist oft verblüffend kreativ, Kriterien zu finden, um ein Produkt auf- oder abzuwerten.
Da bleibt ein fader Nachgeschmack, wieso die Keime auf der Haut nicht untersucht wurden. Gehört das nicht mit zur Unternehmensverantwortung?
Nach Aussage der Stiftung fördern gute Qualitätsurteile den Absatz und umgekehrt.
Wie konnte das passieren?

michelvoss am 10.01.2012 um 20:22 Uhr
Jeder neue Skandal fördert die Gesundheit weil

in Deutschland viel zu viel tierische Lebensmittel verzehrt werden. Insofern sind diese antibiotika-resistenten Keime im Fleisch gesundheitsfördernd: Sie werden hoffentlich Menschen mit zu hohem LDL/ HDL-Cholesterin-Quotienten dazu bewegen, mehr Sojaprodukte zu essen. Ein amerikanischer Arzt erläutert hier umfassend & wissenschaftlich gut belegt die Vorzüge von Pflanzenkost: http://www.youtube.com/user/NutritionFactsOrg