Antibakterieller Müllbeutel Steriler Küchenabfall?

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Als wäre der Haushalt ein Seuchenherd, macht die Werbung gegen Bakterien mobil. Und besonders in der Küche, wo Lebensmittel zubereitet werden, möchte doch jede gute Hausfrau Risiken vermeiden. Hier wittern viele Hersteller ein Geschäft und rüsten alle möglichen Produkte mit antibakteriellen Wirkstoffen aus. Jetzt gibt es sogar einen Müllbeutel, der den Bakterien den Garaus machen soll ­ den swirl-Müllbeutel von Melitta. Nahezu steriler Müll? Ein näherer Blick auf die Packung offenbart ein wesentliches Detail: Der Müllbeutel "stoppt das Bakterienwachstum auf dem Beutel" ­ darin tummeln sich die Krankheitserreger also nach wie vor.

Außerdem: Die neue Flut von antibakteriellen Substanzen im Haus erhöht das Allergierisiko, wie aktuelle Untersuchungen zeigen. Und sie sind überflüssig, denn es gibt in Haushalten kein besonderes Gesundheitsrisiko. Mit unserer Hausstaubanalyse weisen wir auch Bakterizide nach.

Fazit: Der Sinn eines antibakteriellen Müllbeutels erschließt sich nicht. Soll er etwa vermeiden, dass sich jemand mit gefährlichen Krankheiten infiziert, wenn er den Müll zur Tonne trägt? Von derartigen Epidemien ist uns nichts bekannt. Also: Ein normaler Müllbeutel tuts auch.

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