Antibakterielle Winter­hand­creme von Hand­san Schnelltest

Hand­san Winter­hand­creme 2 in 1. Von uns bezahlter Preis: 1,15 Euro.

Hand­san Winter­hand­creme 2 in 1. Von uns bezahlter Preis: 1,15 Euro.

Für Vorsichtige scheint die Winter­hand­creme 2 in 1 von Hand­san alles zu bieten: Sie soll „raue Winterhände“ nicht nur pflegen, sondern auch „antibakteriell“ wirken und sie in der kalten Jahres­zeit „schonend von Bakterien befreien“. Stiftung Warentest ließ die Hand­creme von 20 Probandinnen mit trockenen Händen anwenden und prüfte beide Versprechen – eines hält die Creme nicht.

Zu viele Keime blieben übrig

Im Labor führten die Prüfer der Stiftung Warentest einen Keimreduktions­test* durch: Sie brachten dabei Hand­creme und ausgewählte Testkeime zusammen, um zu prüfen, wie viele Bakterien die Creme binnen einer fest­gelegten Zeitspanne abtöten kann. Bei der Auslobung „antibakteriell“ erwarteten die Tester mindestens 90 Prozent weniger Keime – das konnte die Hand­san Creme nicht leisten. Ihr Versprechen, die Hände „von Bakterien zu befreien“, hält sie damit nicht ein. Dabei wäre die versprochene antibakterielle Wirkung für 9 der 20 Teste­rinnen beim Kauf wichtig gewesen. Viele glaubten, sich so im Winter vor Krankheiten schützen zu können.

Über­flüssiges Produkt

Antibakterielle Hand­cremes sind generell über­flüssig. Zum einen reicht gründliches Hände­waschen mit normaler Seife in der Regel aus, um Krank­heits­erreger zu entfernen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass gegen Desinfektions­mittel resistente Bakterien sich stärker vermehren, wenn antibakterielle Wirk­stoffe auch in täglich angewendeten Produkten zum Einsatz kommen. Ist der Schutz mit einem antibakteriellen Wirk­stoff wirk­lich nötig, etwa aus beruflichen Gründen, ist Hand­creme als Darreichungs­form zudem ungünstig. Während flüssige antibakterielle Mittel auf der Haut verdunsten, verbleibt Creme auf den Händen. Da die Hände ständig mit Keimen in Berührung kommen, etwa beim Anfassen einer Türklinke oder eines Telefonhörers, muss der Schutz immer wieder erneuert werden, so dass der Verbraucher schließ­lich unangenehm viele Creme-Schichten auf der Haut hätte.

Geschmeidige Hände

In ihren pflegenden Eigenschaften über­zeugt die Winter­hand­creme. Die trockenen, teils stark bean­spruchten Hände der Teste­rinnen fühlten sich nach dem Eincremen weich und geschmeidig an und den Duft fanden die meisten Probandinnen angenehm. Besonders wichtig war den Anwende­rinnen, dass die Hand­creme schnell einzieht und keinen fettigen Film auf der Haut hinterlässt. Auch diese Anforderung erfüllte das Hand­san-Produkt.

Keine speziellen Inhalts­stoffe für den Winter

Dass die Hand­creme speziell für den Winter ausgelobt ist, hätte die Kauf­entscheidung der Teste­rinnen nicht beein­flusst. Alle gaben an, das gesamte Jahr über die gleiche Hand­creme zu benutzen. Der Winter-Bezug bei Hand­san beschränkt sich offen­bar ohnehin nur auf die Gestaltung der Verpackung und nicht auf besonders abge­stimmte Wirk­stoffe: Der Hersteller bietet auch eine antibakterielle Sommer­hand­creme an – mit identischer Inhalts­stoff­liste, wie der Vergleich verrät.

Bei akuten Infektionen besser Desinfektions­mittel

Auch wenn „antibakteriell“ auf der Verpackung steht, schützt das jeweilige Produkt übrigens nicht zwingend vor typischen Winter­erkrankungen – selbst wenn es die Hände wie versprochen von Bakterien befreien würde. Denn Grippe und viele andere Erkältungs­krankheiten werden durch Viren, nicht durch Bakterien hervorgerufen. Leidet jemand unter einer solchen Infektions­krankheit, sind alkoholische Desinfektions­mittel zum Schutz vor Anste­ckung sinn­voller.

*Prüfung in Anlehnung an DIN EN 1276:2010–01.

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