Anti-Virus- und Sicherheitsprogramm Schnelltest

Ein Anti-Virus-Programm für 9,99 Euro – mit Updates für ein Jahr. Das ist billig. Das Angebot gibts bei Aldi Süd, seit Donnerstag, 17. Februar. Auch ein Sicherheits-Paket gegen Hacker, Datenklau und Spam liegt dort im Regal. test.de hat zugegriffen und geprüft, ob die Programme wirklich schützen.

Anti-Virus-Programm ist Pflicht

Wer ungeschützt im Internet surft, spielt va banque. Über 100 000 Computerviren und Schadprogramme kursieren derzeit im Netz. Wer sich das Anti-Virus-Programm spart, zahlt früher oder später böse drauf. Angreifer aus dem Internet können Dateien und Kennwörter kopieren, den Rechner blockieren oder ganz übernehmen. Ein Anti-Virus-Programm ist Pflicht. Es wehrt Viren, Trojaner und Backdoor-Programme ab. Aldi Süd bietet eine Variante für Geizkragen an. Das Anti-Virus-Paket kostet nur 9,99 Euro.

Guter Schutz

Dabei ist die Software gut. Hinter dem Aldi-Programm steckt offenbar das AntiVirenKit von G-Data. Eines der besten Programme beim großen Sicherheitstest im Januar. Preis: rund 40 Euro. Funktion, Umfang und Programmoberfläche des Aldi-Programms sind gleich. Es arbeitet gründlich und ist übersichtlich aufgebaut. Auch Laien finden sich schnell zurecht. Beide Programme, G-Data AntiVirenKit und Aldi Anti-Virus, nutzen die Virenscanner von Kaspersky und Bitdefender. Wie die Originalsoftware von G-Data erkennt auch das Aldi-Programm im Schnelltest fast alle eingesetzen Viren, Trojaner und Backdoor-Programme.

Nur wenige Updates

Großer Nachteil des Aldi-Angebots: Es beinhaltet nur 26 Updates für ein Jahr. Das ist sehr wenig. Wer oft im Internet surft, sollte seinen Virenschutz häufiger erneuern. Virenschreiber haben täglich neue Ideen. Die Programmierer der Anti-Virus-Programme reagieren darauf und bieten laufend Updates an. Meist täglich. Die 26 Updates beim Aldi-Programm reichen gerade für ein halbes Jahr. Wer zweimal pro Woche updatet, ist schon nach drei Monaten am Ende. Folgelizenzen gibt es nicht. Das Original von G-Data kostet zwar 40 Euro, beinhaltet aber beliebig viele Updates für ein Jahr.

Nach Lizenzende wertlos

Ist das Jahr um, erlischt die Lizenz. Egal, ob der Anwender die Updates genutzt hat oder nicht. Das ist bei fast allen Anti-Virus-Programmen so. Anbieter wie G-Data offerieren aber Folgelizenzen oder geben beim Neukauf Rabatt. Das Aldi-Programm dagegen ist Wegwerfware. Spätestens nach einem Jahr braucht der Anwender ein neues Programm. Wer viel surft, muss gleich vier Aldi-Programme kaufen. Dann gibt es 4x26 Updates: Die reichen für ein Jahr. Die Ersparnis ist allerdings dahin. Vier Aldi-Programme kosten ebenso viel wie ein Original von G-Data. Vergessen sollten auch Geizkragen das Update nicht: Wer seinen Rechner mit veraltetem Anti-Virus-Programm betreibt, ist nicht mehr vollständig geschützt.

Keine Firewall

Anti-Virus- und Sicherheitsprogramm Schnelltest

Neben dem Anti-Virus-Programm bietet Aldi Süd noch ein „Sicherheits-Profi-Paket“ an. Das ist keine Firewall, wie der Name zunächst vermuten lässt, sondern eine Sammlung verschiedener Werkzeuge: Vier Programme zum anonymen Surfen, Surfspuren beseitigen, Daten verschlüsseln und Spam-Mails blocken. Die Software entspricht offenbar der Steganos Security Suite Generation 6. Ähnliche Programme sind im Netz auch als Freeware zu haben. Kostenlos.

Daten über Kennwort sichern

Im Schnelltest machten alle vier Programme einen guten Job. Vor Hackern – wie auf der Packung angegeben – schützen sie allerdings nur bedingt. Dafür braucht es eher eine Firewall. Die schützt den Rechner vor Angriffen aus dem Netz. Das Verschlüsslungsprogramm aus dem Aldi-Paket hilft, besonders sensible Daten zu schützen. Es verschlüsselt einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse auf einem dafür eingerichteten Laufwerk. Ohne Kennwort bleiben die Daten nun unsichtbar. Das Programm kann für die Festplatte und Wechselmedien wie Zip-Disketten, CDs oder DVDs verwendet werden.

Spuren vernichten und anonym surfen

Der Surfspuren-Vernichter eignet sich vor allem für Anwender, die ihren Rechner mit anderen teilen. So kann etwa die Ehefrau nicht mehr verfolgen, welche Internetseiten ihr Mann angesteuert hat. Das anonyme Surfen schützt dagegen die Privatsphäre gegen Spione im Netz. Wer offen surft, hinterlässt im Internet eine deutliche Spur, die auch von Werbestrategen, Internetprovidern und Onlinefirmen gelesen wird. Wichtiger aber ist der Schutz des Rechners durch eine Firewall.

test-Kommentar: Nichts für Powersurfer
Technische Daten: Die Aldi-Programme im Überblick
Virenschutz und Firewalls: 20 Programme im Test

Dieser Artikel ist hilfreich. 359 Nutzer finden das hilfreich.