Wer zum Beispiel als Grafiker, Jour­nalist oder Unternehmensberater im Haupt- oder Nebenjob selbstständig ist, kann leicht seine steuerpflichtigen Einkünfte drücken. Der Schlüssel dazu ist die Ansparabschreibung für kleine und mittlere Betriebe. Mit ihr können Selbstständige Wirtschaftsgüter wie Computer, Büroeinrichtungen und Geschäftswagen abschreiben, die sie noch gar nicht gekauft haben. Sie müssen das Finanzamt noch nicht einmal davon überzeugen, dass sie die In­vestition wirklich planen – urteilte der Bundesfi­nanz­hof (Az. XI R 13/00).

Wenn Selbstständige zum Beispiel in der Steuererklärung für 2001 eine Ansparab­schreibung für den Kauf eines Geschäftswagens beantragen, zieht das ­Finanzamt bis zu 40 Prozent des voraussichtlichen Preises vom 2001er Gewinn ab. Bei einem 40 000 Euro teuren Auto sinken die Einkünfte um 16 000 Euro. Dafür sind erst mal keine Steuern fällig.

Spätestens nach zwei Jahren muss die Rücklage dann aber wieder aufgelöst werden – die für 2001 also bis 2003. Wird der Wagen bis dahin angeschafft, erhöhen die 16 000 Euro im Jahr des Kaufs das zu versteuernde Einkommen. Doch im selben Jahr beginnt auch­ die Abschreibung des Kaufpreises. Das macht den Anstieg der Steuerschuld meist wieder wett. Außerdem gibt es ab 2003 einen günstigeren Steuertarif.

Auch wenn der Kauf platzt, löst das ­Finanzamt die Rücklage 2003 auf. Sie muss dann voll versteuert werden. Außerdem sind für die bis dahin gesparten Steuern 6 Prozent Zinsen im Jahr fällig. Für 4 800 Euro (30 Prozent Steuersatz) sind es 576 Euro.

Doch das nehmen viele gerne in Kauf. Sie können ihre Einkünfte durch die Ansparabschreibung nämlich oft soweit drücken, dass sie Vergünstigungen wie die Eigenheimzulage erhalten. Für einen Neubau sind das über 20 000 Euro.

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