Günstig raus aus teuren Krediten

Während der Zins­bindung kommen Kreditnehmer in der Regel nicht oder nur gegen eine happige Entschädigung aus einem teuren Kredit­vertrag. Doch es gibt Ausnahmen, in denen die Bank keine Entschädigung verlangen darf.

Zehn Jahre vorüber. Kredite mit einer Zins­bindung von mehr als zehn Jahren kann der Kreditnehmer mit einer Frist von sechs Monaten kündigen, wenn seit der voll­ständigen Auszahlung des Kredits zehn Jahre vergangen sind.

Bauspardarlehen. Bausparer können ihr Darlehen jeder­zeit kündigen. Das gilt aber nicht für Kredite zur Vorfinanzierung eines Bauspar­vertrags.

Förderdarlehen. Vor allem bei Krediten der staatlichen KfW-Bank ist eine vorzeitige Rück­zahlung oft kostenlos möglich (Ausnahme: Kredite aus dem Wohn­eigentums­programm).

Falsche Widerrufs­belehrung. Banken haben ihre Kunden oft falsch über ihr 14-tägiges Widerrufs­recht informiert. In diesem Fall können Kreditnehmer den Vertrag auch nach vielen Jahren noch widerrufen. Doch ein Widerruf ist kompliziert, ein Anwalt ratsam. Ausführ­liche Informationen gibt es bei uns im Special Immobilienkredite: So kommen Sie aus teuren Kreditverträgen raus.

Keine Grund­buch­sicherung. Darlehen, die nicht durch eine Grund­schuld oder Hypothek gesichert sind, kann der Kreditnehmer kurz­fristig kündigen. Für bis zum 10. Juni 2010 geschlossene Verträge gilt: Eine Kündigung ist mit einer Frist von drei Monaten kostenlos möglich, wenn seit Auszahlung des Kredits ein halbes Jahr verstrichen ist. Nach dem Stichtag abge­schlossene Kredite können jeder­zeit getilgt werden. Die Bank darf zwar eine Vorfälligkeits­entschädigung verlangen, sie ist aber auf 1 Prozent, bei einer Rest­lauf­zeit unter einem Jahr auf ein halbes Prozent der Rest­schuld begrenzt.

Varia­bler Zins­satz. Kredite mit veränderlichem Zins­satz sind jeder­zeit mit einer Frist von drei Monaten künd­bar.

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