Anleihen mit Garantie und hoher Rendite sind der Renner. Sie gehen über den Tresen der Bank wie süße Früchte über die Ladentheke. Finanztest zeigt die faulen Stellen.

Sie heißen Express Plus Anleihe, Plus Zins Garant Sprinter, 2 × 5 %-Profi-Anleihe, Swing 2007, Bumerang Anleihe, Top7-Bond Express – und genauso fantasiereich wie ihre Namen sind ihre Eigenschaften. Jede dieser „strukturierten Anleihen“ funktioniert ein wenig anders. Nur wenige Anleger verstehen die Papiere wirklich, aber die meisten kaufen sie trotzdem.

Sie kaufen sie, weil die Banken sie ihnen schönreden. „Mit dieser Anleihe können Sie sicher anlegen und dennoch eine gute Rendite bekommen“, sagen die Berater.

Eines stimmt: Mit den meisten dieser ­neuartigen Anlageprodukte erhalten die Kunden die Garantie, dass sie am Ende der Laufzeit zumindest ihr eingezahltes Geld wiederbekommen. Und einige der Papiere bieten Anlegern sogar eine Grundverzinsung, die 0,5 oder auch 3,8  Prozent pro Jahr betragen kann.

Was nicht stimmt: Die Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite ist nicht annähernd so hoch wie die naturgemäß optimistischen Verkäufer hinter den Bankentresen glauben machen wollen.

Finanztest hat nachgerechnet und drei Angebote unter die Lupe genommen, die für solche strukturierten Anleihen typisch sind. Unser Fazit: Das Schicksal muss es schon sehr gut mit den Kunden meinen, damit sich die Investition lohnt. Häufig fahren die Kunden mit herkömmlichen Geldanlagen besser.

Wer sicher anlegen will, kann genauso gut Pfandbriefe ins Depot legen. Die Chancen am Aktienmarkt lassen sich mit Fonds nutzen. Ein guter Mix und Geduld sind oft besser als eine Kapitalgarantie.

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