Einen riesigen Geldbedarf haben zurzeit die Unternehmen der Telekommunikationsbranche. Denn die UMTS-Lizenzen waren und sind teuer und die technische Umsetzung muss noch bezahlt werden. Spaniens Telefónica, die holländische KPN, British Telecom, France Telecom oder Telecom Italia geben deshalb Anleihen aus, um schnell an Geld zu kommen. Allein in diesem Quartal wird das Emissionsvolumen schätzungsweise zwischen 30 und 40 Milliarden Euro liegen.

Die Renditen dieser Unternehmensanleihen liegen zum großen Teil deutlich über den Renditen von Bundesobligationen. Dieser Renditespread, also der Unterschied zu Staatsanleihen, lag schon Anfang Oktober bei mehr als einem Prozentpunkt.

Doch Vorsicht! Der Kauf von Unternehmensanleihen des Telekommunikationssektors ist nicht ohne Risiko. Denn die riesigen finanziellen Belastungen könnten die Gesellschaften in Zahlungsschwierigkeiten bringen.

So wurden die Anleihen von British Telecom und KPN bereits durch die Ratingagenturen Moodys und Standard & Poors deutlich heruntergestuft. Neuemissionen werden deshalb vermutlich gleich eine noch höhere Rendite bieten oder mit Schutzklauseln ausgestattet, die eine Erhöhung der Zinszahlung im Falle der Abstufung durch eine Ratingagentur enthalten.

Für langfristig orientierte Privatanleger, die solche Anleihen bis zu ihrer Endfälligkeit behalten wollen und sich des Risikos bewusst sind, sind die Telekommunikationsanleihen allerdings wegen des hohen Renditespreads eine attraktive Anleihe. Beim Einstieg sollten Anleger aber auch die unterschiedliche Bonität der ausgebenden Gesellschaften beachten.

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